Alles zum Thema Bauen & Wohnen

Alle Kanäle

7.8.2012 13:43

Luftbefeuchter als optimale Anschaffung zur Verbesserung des Raumklimas

  • Die unangenehmen Begleiterscheinungen des Heizens
  • Optimale Luftfeuchtigkeit liegt zwischen 45 und 50%

Die Vorstellung, an den langen Winterabenden gemütlich hinterm Ofen zu sitzen, ist reizvoll. Doch die Heizperiode hat ihre unangenehmen Begleiterscheinungen, etwa in Form von trockener Raumluft. Sinkt die relative Luftfeuchtigkeit in der Wohnung unter 40 Prozent, dann verliert auch unser Körper Feuchtigkeit.

Gereizte Augen, spröde Haut und erschwerte Atmung sind die Folgen. In trockener Luft können zudem – darauf deuten Studien hin – Krankheits­erreger wie etwa Grippeviren länger überleben. Kurz gesagt, das körperliche Wohlbefinden ist beeinträchtigt. Das gilt nicht nur für uns Menschen, sondern auch für viele Haustiere.

Negative Auswirkungen
Negative Auswirkungen hat zu trockene Luft weiters auf die Wohnungseinrichtung. Parkettböden beginnen zu knarren und zeigen eine verstärkte Fugenbildung. Die Oberfläche von Vollholzmöbeln wird matt und das Holz kann durch den raschen Entzug großer Wassermengen Risse bekommen. Musikinstrumente verstimmen sich, Teppiche aus Kunststoff laden sich elektrostatisch auf, der Staubgehalt in der Raumluft steigt.

Feuchte und trockene Luft
Mit solchen Problemen konfrontiert sind vor allem Bewohner älterer Häuser und Wohnungen, deren Fenster nicht ausreichend dicht sind. Die kontinuierlich hereinströmende trockene Kaltluft wird erwärmt und nimmt Feuchtigkeit auf, wodurch die relative Luftfeuchtigkeit insgesamt sinkt. In neuen Wohnungen ist oft das Gegenteil der Fall. Es ist zu viel Feuchtigkeit in der Raumluft, weil die modernen Isolierglasfenster den natürlichen Luftaustausch weitgehend unterbinden. Hier schafft regelmäßiges Stoßlüften Abhilfe. Denn ein Zuviel an Feuchtigkeit führt gleichfalls zu einem unangenehmen Raumklima und erhöht die Gefahr von Schimmelbildung durch Kondensation an den kühleren Außenwänden.

Zuerst Luftfeuchtigkeit messen
Aber zurück zu den Altbauten und der dort vorherrschenden trockenen Luft. Bevor Sie sich einen Luftbefeuchter anschaffen, sollten Sie mit einem Hygrometer die relative Luftfeuchtigkeit im Raum, also den Sättigungsgrad der Luft, messen. Hygro­meter sind für rund 13 Euro zu haben und in Baumärkten, im Elektrofachhandel oder bei Optikern erhältlich. Ergeben die Messungen – bei normaler Raumtemperatur zwischen 20 und 22 Grad Celsius – anhaltend Werte unter 40 Prozent, dann macht der Kauf eines Luftbefeuchters Sinn.

Verdampfer oder Ultraschallvernebler
Angeboten werden zwei unterschiedliche Systeme: Verdampfer, die – vergleichbar mit einem Wasserkocher – mittels Heizelementen das Wasser erhitzen, sowie ­Ultraschallvernebler, die das eingefüllte Wasser in Schwingungen versetzen. Der auf diese Weise entstehende Nebel reichert die Raumluft mit Feuchtigkeit an. Die dritte, noch vor wenigen Jahren ebenfalls gängige Bauform des Verdunsters (ein Ventilator, der Raumluft gegen eine feuchte Filtermatte bläst) ist kaum mehr im Handel.

Vor- und Nachteile der Systeme
Werfen wir einen Blick auf die jeweiligen Vor- und Nachteile der beiden Luftbefeuchtersysteme. Verdampfer sind in der Anschaffung meist preisgünstiger, verbrauchen aber mehr Strom. Andererseits erfolgt ein Ausgleich dadurch, dass die von den Heizelementen erzeugte Wärme nicht verloren geht, sondern an die Wohnumgebung abgegeben wird. Da sich auf dem Heizelement und rundherum Kalk absetzt, ist – abhängig von der Wasserhärte – eine regelmäßige Reinigung und Entkalkung notwendig. Dafür gibt es aber keine Probleme mit kalkhaltigem Niederschlag in der Wohnung.

Kalk hinterlässt Spuren
Dieses Phänomen tritt bei den Ultraschallgeräten auf. Der Kalk im Wassernebel hinterlässt mit der Zeit deutliche Spuren auf den Möbeln. Deshalb werden für viele ­Ultraschallgeräte Entkalkungspatronen als Zubehör angeboten. Das erhöht zwar die Betriebskosten, weil das Entkalkungsgranulat von Zeit zu Zeit ersetzt werden muss, ist aber dringend empfehlenswert. Reine Geld- und Energieverschwendung ist hingegen die Empfehlung der Firma Benta, destilliertes oder abgekochtes Wasser zu verwenden.

Dinge die zu beachten sind
Für Geräte beider Bauarten gilt, dass sie entweder in der Mitte des Raumes auf­gestellt oder auf die Raummitte gerichtet werden sollten. Keinesfalls dürfen Einrichtungsgegenstände oder Außenwände aus unmittelbarer Nähe bedampft oder benebelt werden. Wegen der Feuchtigkeit sollten die Geräte auch nicht direkt auf einem Parkettboden stehen. Und natürlich müssen Sie die Luftfeuchtigkeit regelmäßig ­mittels Hygrometer kontrollieren, damit Sie nicht anstelle der Trockenheit plötzlich ein Tropenklima schaffen.

Luftfeuchtigkeit konstant halten
Die empfohlene relative Luftfeuchtigkeit sollte einigermaßen konstant im Bereich zwischen 40 und 55 Prozent liegen. Durch das Lüften sinkt der Wert natürlich kurz­fristig ab, durch Kochen, Wäschewaschen oder Duschen kann er vorübergehend ansteigen.

Integrierter Hygrostat hilfreich
Einige wenige Geräte haben standard­mäßig einen Hygrostat integriert. Bei Boneco und Turmix kann dieser die zusätzliche Hygrometer-Ablesung freilich nicht ersetzen, weil er – anders als die Modelle von Burg und DeLonghi – keine voreinstellbare Prozentanzeige hat. Ein integ­rierter Hygrostat ist aber immer hilfreich, wenn es darum geht, die Luftfeuchtigkeit konstant zu halten. Deshalb macht es Sinn, Geräte ohne Hygrostat mit im Handel erhältlichen externen Hygrostaten (Kostenpunkt rund 39 Euro) nachzu­rüsten. Wie bei einem Thermostat wird bei Erreichen des eingestellten Wertes die Stromzufuhr unterbrochen.

Reicht ein Gerät aus?
Die Messung der relativen Luftfeuchtigkeit mittels Hygrometer gibt letztlich auch Auskunft darüber, ob das angeschaffte ­Gerät überhaupt in der Lage ist, die Luft im gewählten Wohnraum entsprechend zu befeuchten (oder ob es Verstärkung durch ein weiteres Gerät braucht). Allfällige Quadratmeterangaben der Hersteller sind rein theoretisch, weil die Wohnungseinrichtung und der natürliche Luftaustausch einen unvorhersehbaren Einfluss haben. Im Zweifelsfall wählen Sie besser ein Gerät mit hoher Wasserabgabe pro Stunde sowie mit stufenloser Leistungsverstellung. Denn die Leistung zurückfahren können Sie dann immer noch.

Regelmäßig reinigen
Das Um und Auf bei allen Luftbefeuchtern ist die regelmäßige Reinigung unter Berücksichtigung der Herstellerangaben (soweit diese vorhanden sind), einmal wöchentlich sollte genügen. Die Reinigung gestaltet sich freilich nicht immer ganz einfach. Selbst wenn ein Gerät gut zerlegbar ist, können manche Ecken schwer zu erreichen sein.

Pflege lohnt sich
Ob mühsam oder nicht, die richtige ­Pflege lohnt sich. Sie verlängert die Gerätelebensdauer und verhindert Bakterienbildung. Auch den Wasserbehälter sollte man entleeren, falls der Luftbefeuchter mehr als eine Woche nicht in Betrieb ist. Bei regelmäßiger Reinigung erübrigt sich die Anschaffung des von einigen Herstellern angebotenen „Silver Sticks“, eines mit Silber beschichteten Stiftes, der die Verkeimung des Wassers verhindern soll.

Duftessenzen - Eine Frage des Geschmacks
Ein praktisches Detail ist hingegen ein abnehmbarer Wassertank (mit Aus­nahme des Burg-Modells bei allen Testgeräten vorhanden). Sinnvoll ist auch die automatische Abschaltung bei leerem Wassertank. Diese Funktion ist mittlerweile Standard. Eine reine Geschmacksfrage ist es dagegen, den Wassernebel mit Duftessenzen anzureichern.




Quelle: red./konsument.at

7.8.2012 13:43
Seite bookmarken bei: ? Hilfe
zurück zur Startseite
Das Wetter morgen:
pixel