Tipps zur Pflanzung von Baum und Strauch
- Gut gepflanzt ist halb gewachsen

Neben der Verwendung von kräftigen und gesunden Pflanzen von hoher Qualität, sind die richtige Pflanzung und die Auswahl der geeigneten Pflanzenart Voraussetzung für ein gutes Gedeihen der Gehölze. "die umweltberatung" gibt Ihnen Tipps für den optimalen Start Ihrer Jungpflanzen im Garten.
Beim Bau eines Hauses ist es empfehlenswert sich über die Geologie des Untergrundes Gedanken zu machen. Sollte das nicht selbstverständlich sein, wenn es um die Neupflanzung Ihres Baumes geht? "die umweltberatung" gibt Tipps um die Gesundheit der Bäume und die Zufriedenheit der BesitzerInnen zu fördern. Unerwartete Schwierigkeiten wie Schiefwuchs, Stammfäule oder Krankheitsbefall, können bereits durch die Wahl des richtigen Standortes und eine fachgerechte Pflanzung weitgehend ausgeschaltet werden.
Auswahl der Pflanzen in der Baumschule
Gehölze werden entweder wurzelnackt (ohne Topf und Erde), mit Wurzelballen oder im Container (Blumentopf) angeboten. Kaufen Sie gute Qualität aus Ihrer regionalen Baumschule. Sie sind an das Klima vor Ort angepasst und haben dadurch einen Startvorteil. Achten Sie auf gesunde Pflanzen mit verletzungsfreier Rinde.
Standort im Garten
Wählen Sie bereits vor dem Kauf den Standort in Ihrem Garten aus und berücksichtigen Sie bei der Wahl der Pflanzenart die Licht- und Bodenverhältnisse. Auch Wuchshöhe, Kronengröße und das Blühverhalten der Pflanze, sowie die Kombinationsmöglichkeiten mit anderen Pflanzen sollten in die Entschiedung mit einbezogen werden.
Wenn Sie den richtigen Platz für Ihre neuen Gehölzer bestimmt haben, heben Sie in ausreichendem Abstand von Gebäuden, Mauern, Zäunen und anderen Pflanzen eine Mulde aus. Bei Sträuchern beträgt dieser Abstand 1-2 Meter, bei Bäumen je nach zukünftiger Kronengröße 2-5 Meter. So vermeiden Sie das Absterben der Pflanzen oder kümmerliches Wachstum durch Licht- oder Nährstoffmangel. Geben Sie Ihren Gehölzen genug Raum um sich richtig entfalten zu können. Gleichzeitig verhindern Sie Ärger mit Ihren Nachbarn wegen überhängender Äste oder unzumutbarer Schattenbildung. Halten Sie den empfohlenen Abstand zum Nachbargrundstück von mindestens 1,5-2 Metern ein, denn Sie sind auf beiden Seiten einer Hecke für die Pflege zuständig.
Pflanzabstand
Für lockere Hecken reicht 1 Meter Pflanzabstand zwischen den Pflanzen. Wenn genug Platz vorhanden ist, kann man die Sträucher versetzt in zwei Reihen setzen. So wächst die Hecke locker und ist trotzdem blickdicht. Wollen Sie einen sehr starken Sichtschutz erreichen, pflazne Sie eine dichte Formschnitthecke im Abstand von 30-50 cm. Dafür eigenen sich besonders Hainbuche, Feldahorn, Weißdorn oder Liguster.
Der richtige Spatenstich - Das Pflanzenloch
Die Pflanzengrube sollte mindestens doppelt so groß sein wie die Wurzelmasse oder der Wurzelballen des Gehölzes. Lockern Sie das Erdreich in der Grube und an deren Rand vor dem Setzen der Pflanzen großzügig auf. Die Wurzeln stoßen dadurch auf wenig Widerstand und können sich gut entwickeln. Den Aushub, mit dem die Grube dann wieder gefüllt wird, kann man mit Sand, Humus oder reifem Kompost verbessern. Dies sichert eine gute Nährstoffversorgung in der Anwuchsphase. Bei sehr trockenen Böden kann bereits vor dem Setzen ein Einschlämmen der Pflanzgrube mit Wasser erfolgen.
Behandlung der Wurzeln
Beschädigte oder verletzte Wurzeln werden mit scharfem Werkzeug abgeschnitten und zu lange Wurzeln ca. um 1/3 eingekürzt. Dies gilt vorallem bei wurzelnackter Ware. Aber auch bei Pflanzen im Container kann ein Rückschnitt der Wurzeln erfolgen. Pflanzen mit Wurzelballen sind im Ballenbereich mit einem Drahtgitter gegen Verbiss und mit einem Gewebe gegen das Ausrinnen der Erde und Austrocknen geschützt.
Lassen Sie beiden am Ballen, es verottet bald. Schneiden Sie jedoch Gitter und Gewebe im Bereich des Wurzelhalses, am Übergang zwischen Stamm und Wurzelansatz, auf. Damit vermeiden Sie Einschnürungen der Rinde. Bei Containerpflanzen enfernen Sie den Blumentopf und ziehen mit Gefühl die Wurzeln etwas auseinander, um den Wurzelballen aufzurauen. Dies fördert die Wurzelentwicklung. Stellen Sie die Pflanzen vor dem Auspflanzen 1-2 Stunden in einen Kübel mit Wasser.
Setzen der Pflanzen
Die Pflanztiefe entspricht jener in der Baumschule - sie ist an der bräunlichen Verfärbung am Wurzelhals zu erkennen. Bei älteren Bäumen ist es ratsam die Ausrichtung des Baumes nach der Himmelsrichtung beizubehalten (z.B. mit einem Punkt die Südseite des Baumes markieren). Kletterpflanzen werden schräg zur Kletterhilfe gesetzt, sozusagen an diese "angelehnt". Achten Sie bei Rosen darauf, dass die Veredelungsstelle unter der Erde liegt. Dadurch wird ein Austreiben der Veredelungsunterlagen verhindert.
Das Einfüllen der Erde in die Pflanzgrube erfolgt unter leichtem Rütteln der Pflanze, und vorallem bei wurzelnackter Ware Hohlräume zu vermeiden. Richten Sie die Pflanzen gerade und drücken Sie die Erde anschließend mit dem Fuß leicht an. Für eine gute Bewässerung ist es empfehlenswert, rund um die Pflanze einen Gießrand zu errichten. Bauen Sie dazu einen ca. 10 cm hohen Erd-Wall um den Rand der Pflanzgrube auf. Regen- und Gießwasser können sich hier gut sammeln und sickern genau in den Wurzelballen. Nach dem Setzen ist es wichtig, die Pflanzen gut mit Wasser einzuschlemmen.
Baumstützung
Bei Bäumen und großen Sträuchern ist aufgrund der Windbelastung eine Baumstützung erforderlich. Diese wird in die ausgehobene Grube eingeschlagen. Stamm und Wurzeln dürfen dabei nicht verletzt werden. Es sollte mindestens ein Pfosten auf der Seite der Hauptwindrichtung aufgestellt werden. Die Stützung mit zwei Pflöcken ist jedoch stabiler. Eine Handbreite unter dem Kronenansatz wird der Baum an die Pflockung angebunden. Am besten eignet sich dazu Kokosschnur, da diese flexibel ist und den Stamm nicht einengt. Regelmäßiges Nachbinden ist erforderlich. Die Stützung wird nach 2-3 Jahren entfernt.
Pflanzzeit
Es gibt mehrere Zeitpunkte für das Setzen der Pflanzen. Die Hauptpflanzzeit ist Ende Oktober bis Mitte November, wenn bereits ein Großteil der Blätter abgefallen ist. Die Wurzelbildung und Anpassung an den neuen Boden findet im Herbst und teilweise im Winter statt. Im Frühjahr kann die Pflanze dann ihre ganze Energie in einen kräftigen Austrieb legen. Die Ausfallquote ist somit geringer.
Wird im Frühjahr gesetzt, muss die Pflanze ihre Kraft gleichzeitig in die Anpassung an den neuen Standort und in den Austrieb legen. Die Ausfallquote ist somit geringer. Wärmeliebende Gehölze wie Marille oder Pfirsich werden im Frühjahr gepflanzt.
Gehölze mit Ballen oder im Topf können auch während des Sommers gesetzt werden. Gerade in der heißen Jahreszeit ist eine ausreichende Bewässerung von großer Bedeutung. Die ideale Pflanzzeit für frostempfindliche Arten wie Maulbeere, Walnuss, Mandel oder Marille ist im Frühling. Immergrüne Pflanzen setzt man im Spätsommer, damit Frost- bzw. Trockenheitsschäden vermieden werden.
Tipp: Setzen Sie gekaufte Gehölze so rasch wie mögich an ihrem idealen Standort ein!
Anwuchspflege
Die richtige Pflege nach der Pflanzung sichert ein gutes Anwachsen des Baumes.
In Trockenperioden bewässern: besser selten, dafür höhere Mengen gießen - 1x pro Woche min. 10 Liter
Halten Sie die Bodenoberfläche rund um den Stamm (Baumscheibe) im ersten jahr frei von Bewuchs. Eine Mulchschicht aus organischem Material verhindert das Aufkommen von Beikräutern und setzt die Wasserverdunstung herab. Bei Jungbäumen entspricht die Baumscheibe in etwa der Größe des Kronendurchmessers.
Kontrollieren Sie regelmäßig die Pflockung und Anbindung. Ein Nachbinden und Nachschlagen kann notwendig sein.
Durch Kompostgaben im Frühjahr und Sommer wird die Nährstoffversorgung lang anhaltend und auf natürlcihe Weise gewährleistet.
Baumschnitt
Gehölzer kommen prinzipiell ohne Schnitt aus. Ein Schnitt wird dann notwendig, wenn ein bestimmtes Ziel betreffend Form oder Erntefreundlichkeit verfolgt wird, Verletzungen vorhanden sind oder die Gefahr ausbrechender Äste besteht. Bedenken Sie auch die Nutzung des Raumes unter dem Baum und entfernen Sie störende Äste so bald wie möglich.
Die Rinde schonen
In der Rinde sitzen die Wachstumszonen des Baumes (Kambium) und die Leitungsbahnen für die Nährstoffversorgung. Wird die Rinde verletzt, ist der Baum in seiner Gesundheit beeinträchtigt und in seinem Wachstum eingeschränkt. Zusätzliche können viele Krankheitserreger und Pilze über die Verletzungen eindringen. Vermeiden Sie Schäden am Stamm und verzichten Sie auf Befestigungen von Gegenständen.
Tipp: Achten Sie bei der Pflanzenauswahl darauf, ob die gewünschte Art auch für den vorgesehenen Standort geeignet ist. Viele Probleme ergeben sich durch die falsche Artenauswahl.
Quelle: red./dieumweltberatung










