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20.9.2010 09:49

Mit Regenwasser können WC-Spülung, Waschmaschine und Garten versorgt werden

  • Dabei kann rund ein Drittel des Wasserbedarfes
  • über Dachwasser gedeckt werden

Regenwasser hat natürlich nicht Trinkwasserqualität. Untersuchungen von unabhängigen HygienikerInnen haben aber gezeigt, dass sich bei der Verwendung von Regenwasser in der Waschmaschine keine erhöhte Keimbelastung in der Wäsche zeigt. Regenwasser lässt sich also auch in diesem Bereich einsetzen. Zu beachten sind bei Verwendung von Dachmaterialien aus Metall mögliche Belastungen des Regenwassers mit Metallionen. Besonders Kupfer- und Zinkdächer können das Dachablaufwasser belasten.

Wie schaut eine Regenwasser-Sammelanlage aus?

Über die Dachfläche des Hauses wird das Regenwasser gesammelt und dem Speicher zugeführt. Mechanische Filter entweder im Fallrohr (Filtersammler) oder im Boden (Strudelfilter) reinigen das Wasser von Schmutz- und Schwebstoffen. Weitere Feinstoffe setzen sich am Boden des Speichers als Schlamm ab und werden bei der regelmäßigen Reinigung entfernt. Eine chemische Aufbereitung des Regenwassers ist meist nicht notwendig. Das Wasser wird in einem Innenspeicher im Keller oder einem Außenspeicher unterirdisch im Garten gelagert. Der Außenspeicher weist eine Reihe von Vorteilen auf: wertvoller Kellerraum bleibt erhalten, durch die dunkle und kühle Lage im Erdboden verringert sich die Gefahr einer Verkeimung und Veralgung des Regenwassers.

Der Speicher wird in Trockenperioden, in denen zu wenig Regenwasser zur Verfügung steht, über eine Trinkwassernachspeisung nachbefüllt. Durch einen Schwimmerschalter erfolgt diese Nachspeisung automatisch bei einem bestimmten Tiefststand im Speicher. Moderne Anlagen arbeiten mit Regen-Managern, die lediglich die benötigte Menge an Trinkwasser direkt aus der Leitung entnehmen. Eine Versickerung am eigenen Grund verhindert das Überlaufen des Speichers bei starken Niederschlägen. Die Verteilung zu den Abnahmestellen im Haus erfolgt über ein Hauswasserwerk in Form einer normalen Druckpumpe. Wichtig ist, dass Trinkwasserleitung und Regenwasserleitung zwei vollkommen voneinander getrennte Systeme darstellen. Auslasshähne und WC-Spülkästen müssen mit einem Hinweis "Kein Trinkwasser" gekennzeichnet sein.

Dimensionierung des Speichers
Der Speicher soll richtig dimensioniert und dem Regenangebot bzw. dem Wasserbedarf angepasst sein. Zu lange Standzeiten im Speicher verschlechtern durch Wachstum von Mikroorganismen die Wasserqualität. Zu kleine Speicher stellen zu wenig Wasser zur Verfügung. In der Regel kann bei einem Einfamilienhaus mit 4 Personen von einer Speichergröße von 5 bis 6 m3 ausgegangen werden. Die richtige Größe des Speichers lässt sich anhand einer einfachen Formel berechnen.

Kosten und Förderung
Eine Anlage zur Regenwassernutzung kostet je nach Anteil der Eigenleistung zwischen 3.000,- und 5.000,- Euro. Fertige Anlagen oder Komponenten werden in Österreich von mehreren Firmen angeboten. Der Einsatz von Regenwasser spart zum einen Kosten für das Trinkwasser und hilft auf der anderen Seite, den Einsatz von Waschmitteln auf Grund des weichen Regenwassers zu reduzieren. Regenwasseranlagen werden in NÖ im Rahmen der Öko-Eigenheimförderung gefördert. Einige Gemeinden bieten darüber hinaus noch eigene Förderungen an.


Quelle: red./umweltberatung

20.9.2010 09:49
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