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8.3.2010 18:33

Wege zum Schmetterlingsparadies

  • Tipp: Lassen Sie einen Teil des Unkrauts wachsen!

Schmetterlinge sind wunderbar anzuschauen, wenn sie von Blüte zu Blüte flattern und Nektar kosten. Sie bestäuben die Pflanzen, sind also gleichzeitig nützlich und schön. Schmetterlinge legen weite Strecken zurück, um zu Nektarpflanzen zu gelangen. Futterpflanzen im Garten und andere einfache Maßnahmen machen es möglich, auch in der Stadt wieder eine größere Vielfalt an Schmetterlingen zu erleben. "die umweltberatung" gibt Tipps, wie Sie Schmetterlinge in Ihren Garten locken und deren Vielfalt fördern.

In Wien gibt es 102 Tagfalter- und ca. 2.000 verschiedene Nachtfalterarten. Sie sind ein Teil des Naturschatzes dieser Stadt und in ihrem Bestand keineswegs gesichert! Vor Ihrer Haustür, im eigenen Garten, können Sie selbst einen bedeutenden Beitrag dazu leisten, die Vielfalt der Schmetterlinge zu erhalten und zu erleben. Die folgenden praktischen Tipps unterstützen Sie dabei.


Grundbedürfnisse der Schmetterlinge
Wenn Sie im Garten Vielfalt ermöglichen wollen, dann schaffen Sie durch Gestaltung mit Pflanzen und Strukturelementen unterschiedliche Lebensräume. Schmetterlinge brauchen neben reichlichem Nektarangebot auch Raupenfutterpflanzen. Für das Schmetterlingsparadies eignen sich heimische Pflanzen am besten. Sie sind anspruchslos, gut an die natürlichen Bedingungen der Region angepasst und blühen ebenso schön wie exotische Pflanzen.

Raupen lieben Unkraut
Raupen können je nach Schmetterlingsart, entweder mehrere oder nur eine ganz bestimmt Pflanze als Nahrungsquelle nutzen. Sind diese Pflanzen nicht im Lebensraum zu finden, kann sich diese Art nicht vermehren.

"Unkräuter" sind die Lieblingspflanzen zahlreicher Schmetterlinge. Besenreine Gärten mit sattgrünen Rasenflächen bieten keine Nahrungs- und Überlebensbasis für Falter. Die gnadenlose Bekämpfung der Unkräuter verhindert die Ausbreitung der Falter. Ein Naturgarten ist hervorragend als Schmetterlingsgarten geeignet. Ein Teil der Gartenwiese sollte das ganze Jahr hindurch mit Kräutern und Gräsern bewachsen bleiben, ein anderer Teil sollte zweimal im Jahr gemäht werden. Denn manche Schmetterlinge legen ihre Eier bevorzugt auf Jungaustriebe - z.B. das Tagpfauenauge auf junge Brennessel-Spitzen und der Segelfalter auf Jungschlehen.

Nektarpflanzen
Mit ihren empfindlichen Sinnesorganen können Schmetterlinge Nektarpflanzen aus großer Entfernung erkennen und fliegen lange Strecken, um zu ihnen zu gelangen. So können auch Arten wie Tagpfauenauge, Kleiner Fuchs oder Taubenschwänzchen weit in die Stadt einwandern, obwohl es dort nur wenige Futterpflanzen und Lebensräume für die Raupen gibt.

Tipp:
Wenn Ihre Garten Wasser braucht, gießen Sie bevorzugt bodennah mit dem Gartenschlauch oder durch Tröpchenbewässerung, denn Sprinkleranlagen waschen den Nektar aus den Blüten, der eigentlich für Schmetterlinge und andere Gartenbesucher bestimmt war. Blumenwiesen muss man, außer nach der Neuansaat nicht gießen!

Farben für Schmetterlinge
Schmetterlinge werden bevorzugt durch Rot, Orange, Gelb, Violett und Pink angelockt. Die Farben zeigen den Tieren nicht nur - zusammen mit den ultravioletten Mustern - den Weg zum Nektar, sondern dienen auch der Tarnung. Nachtfalter werden von weißen Blüten angelockt, die in der Dämmerung das Licht reflektieren.

Düfte, die Schmetterlinge anlocken
Schwere, süße Düfte locken Tag- und Nachtfalter an. Viele der neueren Pflanzenzüchtungen und Hybriden riechen jedoch nicht wie die traditionellen Arten und haben außerdem gefüllte Blüten, die nektarlos sind. Schmetterlingssträucher, auch bekannt als „Buddleja“ oder „Sommerflieder“, eignen sich hervorragend, um nektarsaugende Schmetter- linge anzulocken. Im Hochsommer können hier Arten wie Tagpfauenauge, Kleiner Fuchs, Admiral, Distelfalter, Segelfalter, Kaisermantel und Kleiner Kohlweißling beobachtet werden.

Sonnenplätze und geschütze Plätze
Tagfalter müssen sich sonnen, um ihre Flugmuskeln aufzuwärmen und flugfähig zu werden. Mit weit geöffneten Flügeln fangen sie die Sonnenstrahlen ein, wie ein Sonnenkollektor. Nachtfalter hingegen „zittern“ sich warm. Weiters brauchen Schmetterlinge Gebüsch, Holz- und Reisighaufen, die vor Wind und Wetter schützen und einen sicheren Ort für die Verpuppung bieten.

Ökologische Pflege Ihrer Grünoase
Pestizide, Fungizide, Herbizide und Insektizide dezimieren nicht nur Schadinsekten, sondern auch nützliche Insekten. Viele der ausgebrachten Gifte können Raupen töten. Deshalb ist ökologische, giftfreie Gartenpflege das Um und Auf für schmetterlingsfreundliche Grünbereiche.

Saugplätze für Schmetterlinge
Einige Arten beschränken sich nicht auf Blütennektar, sondern schätzen auch faulende Früchte, den Saft aus Baumstämmen und sogar Kot. Vor allem die Schmetterlingsmännchen versammeln sich oft an Lacken und Wasser- löchern, um zu trinken und gelöste Mineralien aufzunehmen. Offene, feuchte und unversiegelte Stellen sind daher für einen Schmetterlingsgarten unverzichtbar!

Der Garten als Schmetterlings-Biotop
Schmetterlinge bevorzugen Stellen, an denen verschiedene Lebensräume aneinander grenzen, beispielsweise ein Baum am Rande einer Wiesenfläche oder einer Brache. Die Tiere haben dort einen offenen Ausblick für die Partnersuche und können sich gleichzeitig im Blattwerk verstecken.

Welcher Falter braucht welche Pflanze?
Folgende heimische und nicht-heimische Pflanzen besuchen die Schmetterlinge gerne wegen ihres Nektargehaltes oder zur Eiablage.

Begehrte Nektarpflanzen sind:
Blühende Gewürzpflanzen wie Dill, Dost, Lieb- Blühende Gewürzpflanzen wie Dill, Dost, Liebstöckl, Salbei, Melisse, Thymian, Lavendel und Lauch sind für Schmetterlinge attraktiv und können auch als Küchenkräuter verwendet werden. Beliebte heimische Wildpflanzen sind Sal-Weide, Storchschnabel, Blut-Weiderich, Wald-Weidenröschen, Wiesen-Platterbse, Vogel-Wicke, Natternkopf, Großer Wiesenknopf, Wiesen-Witwenblume, Wald-Witwenblume, Teufelsabbiss, Heide-Nelke, Kreuzblume, Echtes Labkraut, Rote Lichtnelke, Löwenzahn, Wiesen-Margerite, Weißer Mauerpfeffer, Hornklee und Wiesenklee, Distel (u. a. Kugeldistel), Sonnenhut (Echinacea), Herbstaster. Daneben gibt es auch einige nicht-heimische Blumen, die von Faltern besucht werden, z. B. Fuchsie, Heliotrop, Verbene, Zinnie, Kapuzinerkresse. Nachtfalter laben sich gerne an: Gelber Nachtkerze, Geißblatt (Lonicera), Seifenkraut, Phlox, Ziertabak etc.

Sommerflieder
Diese Pflanze ist in der Blütezeit stets von Schmetterlingen umschwärmt und eignet sich gut zum Beobachten der Falter. Wenn im Sommer die Wiesen in der Umgebung der Städte schon gemäht wurden, sind die nektargefüllten Blüten des Sommerflieders vor allem unter den wanderfreudigen Faltern begehrt.


Quelle: red./dieumweltberatung

8.3.2010 18:33
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