Die Unterschiede zwischen Solaranlagen und Photovoltaikanlagen im Detail beschrieben
- Solarkollektor: Wärme für Warmwasser und Heizung
- Photovoltaik: Vergleich Flachkollektor/Röhrenkollektor

Unterschied Solarwärme (Solarthermie) und Solarstrom (Photovoltaik): Solarenergie ist der Oberbegriff!
Die mit Solarkollektoren eingefangene Wärme wird hauptsächlich im eigenen Haus für Warmwasser oder Heizungsunterstützung benutzt.
Der durch Solarmodule gewonnene Strom wird in netzgekoppelten Anlagen vorrangig komplett in das Netz eingespeist und an den Energieversorger verkauft.
Solarthermie
Auf die richtige Fläche kommt es an: Das zeigt der Vergleich Flachkollektor - Röhrenkollektor
Flachkollektoren erzeugen bei gleicher Fläche weniger Energie als Röhrenkollektoren. Wer mit der Sonne seine Heizung unterstützen will, braucht nach der Faustregel auf jeden Fall Röhrenkollektoren. Fürs reine Warmwasser reichen Flachkollektoren aus.
Vorteile Röhrenkollektor
Ihr Wirkungsgrad ist um 30 % höher als bei Flachkollektoren. Vor allem bei niedrigen Außentemperaturen und bewölktem Himmel leisten Röhrenkollektoren deutlich mehr. Bei gleicher Leistung brauchen sie weniger Dachfläche. In Deutschland sind nur Kollektoren mit Erträgen von mindestens 300 kWh pro Quadratmeter und Jahr geeignet.
Vorteile Flachkollektor
Ihr einziger großer Vorteil ist der Preis: Flachkollektoren sind in der Anschaffung viel billiger als Röhrenkollektoren.
Ausrichtung und Ertrag der Kollektoren
Idealerweise sind die Kollektoren genau nach Süden mit einer Neigung von ca. 25°-45° ausgerichtet (ca. 100 % Ertrag). Schon leichte Abweichungen bringen Ertragsverluste.
Was bringt die Photovoltaikanlage?
Von der eingestrahlten Energie lassen sich je nach Standort, Ausrichtung und verwendeter Technik zwischen 80 und 120 kWh Strom pro m² Modulfläche erzeugen. Ein 9 bis 10 m2 großer Solargenerator kann eine elektrische Leistung von etwa 1.000 Watt erzeugen und wird deshalb als 1 kWp-Anlage (Wp = Watt-Peak) bezeichnet. 1 kWp installierte Leistung erzeugt in Österreich - je nach Standort - einen Energieertrag von ca. 800 kWh bis 900 kWh pro Jahr.
Eine optimale Ausrichtung der PV-Anlage in unseren Breiten ist bei 30° Dachneigung und Südausrichtung gegeben. Eine Abweichung um 45° nach Südosten oder Südwesten vermindert den Energieertrag nur um 5-10 %. Auch eine senkrechte Fläche (Solarfassade = 90°) empfängt noch bis zu 70 % der Energiemenge.
Welche Systeme gibt es?
Man unterscheidet vor allem zwischen Inselanlagen und netzgekoppelten Anlagen.
Netzkoppelung:
Die erzeugte Elektrizität wird in das öffentliche Netz eingespeist. Diese Anlagen bestehen aus mehreren zusammengeschalteten Solarmodulen, einem Wechselrichter und einem direkten Netzanschluss. Speicherbatterien sind damit nicht erforderlich. Je nach Fördermodell besteht die Möglichkeit, einen Teil der Erzeugung selbst zu nutzen und die Überschussenergie ins öffentliche Netz einzuspeisen oder die komplette erzeugte Energiemenge ins öffentliche Netz einzuspeisen (Eigenverbrauch ist dann aus vertraglichen Gründen nicht erlaubt, obwohl dies technisch möglich wäre!)
Inselanlage
Eine Inselanlage ist dann eine sinnvolle autarke Form der Stromerzeugung, wenn kein Netzanschluss zur Verfügung steht. Für den Betrieb sind spezielle Speicherbatterien erforderlich. Was manche nicht wissen: Um handelsübliche 230V - Geräte (TV, Energiesparlampen, Kaffeemaschine, Kühlgeräte, PC etc.) betreiben zu können, braucht die Anlage trotz Inselbetrieb einen Wechselrichter.
Für Kleingeräte und das Licht wird die elektrische Versorgung der Verbraucher oft über den Laderegler mit 12 Volt Gleichspannung (24 Volt) realisiert, wofür innerhalb des Gebäudes ein eigenes Leitungsnetz mit einer anderen Steckerart errichtet werden muss.
Inselanlagen sind wie gesagt dann sinnvoll, wenn kein öffentliches Stromnetz zur Verfügung steht. Einzelne Gebäude, z.B. Berghütten, See- und Jagdhütten, manchmal auch Bauernhöfe an entlegenen Orten oder Schrebergärten brauchen eine autarke Versorgung. Aber auch andere Anwendungsfälle zeigen die Vielfalt der Photovoltaiknutzung, etwa Notrufsäulen oder die Notversorgung in Seilbahngondeln.
Quelle: red./esv.or.at; bewag.at










