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18.9.2009 14:31

Saubere Abflüsse: Druck gegen Dreck

  • Wissenswertes über die Siphonreinigung und Mittel gegen verstopfte Abflüsse

Die Ursachen für verstopfte Abflüsse sind meist Fett- oder Seifenablagerungen, gemischt mit Haaren Schmutz und Textilfasern. Wenn die Panne auf einen Abfluss bei Spüle, Waschbecken oder Duschtasse beschränkt bleibt, sitzt der Auslöser - ein fesstgepresster Schmutzpropfen - mit hoher Wahrscheinlichkeit gleich im unteren Teil des Exzenterstopfens oder eine Etage tiefer im Siphon.

Heute sind die meisten Becken mit Exzenterstopfen ausgestattet, welche mit einem Hebel an der Rückseite der Armatur betätigt werden. Sie bestehen aus dem Oberteil, der das Becken verschließt und einem rohrähnlichen Verbindungstück für den Mechanismus. Im Inneren ist eine kreuzförmige Verstrebung, an der sich allerhand Material absetzt. Der erste Schritt zum sauberen Abfluss besteht daher in der Säuberung des Exzenterstopfens. Um weiteren Problemen vorzubeugen, sollte man den Stopfen regelmäßig kontrollieren und bei Bedarf mit einer festen Kunststoffbürste ausputzen. Für diesen Zweck sind dünne Flaschenbürsten gut geeignet, mit denen man auch den oberen Teil des Abflussstutzens und den Siphon reinigen kann.

Druck gegen Dreck

Saugglocke

Die Anwendung ist einfach: Wasser ins Becken einlassen, bis der obere Rand kurzer Zeit die Ablagerungen und können anschließend mit viel heißem Wasser weggespült werden. In hartnäckigeren Fällen kann man sich mit Pressluft helfen, die eigens für diesen Zweck in Dosen mit einem speziellen Plastikaufsatz erhältlich ist. Die Anwendung erfolgt im Prinzip genauso wie bei der Glocke. Bloß reicht hier schon ein fester Druck auf den Boden der Dose um die Druckluft mit hoher Geschwindigkeit ausströmen zu lassen. Wenn das Wasser wieder gut abläuft, muss noch eine Zeit lang kräftig nachgespült werden. Solche Pressluftdosen sind um kleines Geld beim Installateur oder im Baumarkt erhältlich.

Auch Rohrreiniger mit manueller Luftpumpe kommen ganz ohne Chemie aus. Mit verschiedenen Aufsätzen sind sie für alle handelsüblichen Abflüsse geeignet - egal ob Dusche, Badewanne, Bidet oder Waschbecken. Manche Ausführungen werden sogar mit speziellen WC-Stutzen angeboten, damit man notfalls auch eine verstopfte Toilette wieder in Gang setzen kann.

Handpumpe

Die Druckluft-Rohrreiniger sind ganz einfach zu bedienen und mit der Handpumpe können bis zu 4 bar Druck erzeugt werden.

Unser Tipp:
Nicht vergessen, dass der Überlauf vor dem Pumpen oder Durchblasen mit einem feuchten Lappen, (oder noch besser mit einem Stück Zeitungspapier), das bei Nässe aufquillt, abgedichtet werden muss, damit der aufgebaute Druck nicht durch den Überlauf entweicht!

Wer kein Vertrauen zu solchen selbst gebastelten Vorrichtungen hat, kann sich eine spezielle Überlauf-Abdichtung besorgen, die in das Überlaufloch geschraubt wird.


Siphon reinigen

Sollten die bisher beschriebenen Maßnahmen nicht wirken, hilft in der Regel nur mehr eine Demontage des Siphons. Die meisten Ablagerungen befinden sich erfahrungsgemäß im Siphon oder direkt im Abfluss-Stutzen. Mit der Wasserpumpenzange geht man ans Werk und löst vorsichtig die beiden Überwurfmuttern. Die Stahlbacken der Zange sollten dabei aber zum Schutz der Chrombeschichtung mit einem weichen Tuch oder mit Klebeband abgedeckt werden. Die lockeren Muttern lassen sich dann mit der Hand zur Gänze aufschrauben.

Nicht vergessen, noch vor Beginn der Arbeiten einen Kübel unterzustellen!


Unser Tipp:
Es gibt auch spezielle Armaturen-Siphonzangen mit gebogenen plastikummantelten Backen. Sie umfassen das Siphonrohr ganz eng, so dass man ausreichend Kraft anwenden kann. Bei sorgfältiger Anwendung wird die galvanische Beschichtung der Siphonoberfläche nicht beschädigt.

Ein so genannter „Universalöffner aus Kunststoff" kann das Gleiche und hilft auch andere Haushaltsprobleme wie zu fest angezogene Flaschen- oder Konservenverschlüsse lösen.

Zur Not tut ´s auch ein alter Ledergürtel, den man um das Siphonrohr legt, scharf abknickt und als Hebel verwendet.

Wenn der Siphon erstmal komplett zerlegt ist, werden alle Teile gründlich mit einer harten Bürste gereinigt. Es kann aber vorkommen, dass die oft steinharten Ablagerungen sich nur mit der Klinge eines alten Messers oder einem Schaber lösen lassen.

Nach gründlichem Abspülen werden die Teile in umgekehrter Reihenfolge wieder zusammengesetzt. Die Gelegenheit sollte gleich zum Tauschen sämtlicher Dichtungen und der Gummimanschette am Wandanschluss genützt werden. Ist der Siphon bereits allgemein in schlechtem Zustand, steht hingegen ein Komplettersatz ins Haus.

Die gängigen Maße bei Waschtisch- Siphons sind 1¼ Zoll mit 40- mm- Abgang zum Abfluss. Am besten nimmt man zum Kauf das alte Exemplar als Muster mit. In einigen Fällen ist der Austausch gegen einen Kunststoff-Siphon mit einem flexiblen Anschluss ohnehin die praktischste Lösung.

Flexible Welle und Reinigungsspirale

Bei Küchenabflüssen lagern sich die diversen Reste häufig im Rohr irgendwo in der Wand ab. Dann hilft meist nur noch eine Rohr-Reinigungsspirale, die im Eisen- und Baustoffhandel erworben werden kann. Die professionellen Rohrreinigungs-unternehmen verwenden übrigens ganz ähnliche Vorrichtungen. Außer den manuell bedienbaren Ausführungen in verschiedenen Längen und Durchmessern sind auch solche erhältlich, die man mit einer elektrischen Bohrmaschine antreibt. Empfehlenswert ist, nicht gerade das dünnste Modell zu nehmen, da solche Spiralen zum Abknicken neigen und man mit ihnen nur wenig Druck ausüben kann.

Anwendung
Das Wellenende mit der Kralle wird so weit in den Wandanschluss geschoben, bis Widerstand spürbar wird. Nun kann durch abwechselndes Rechts- und Linksdrehen der Kurbel und gleichzeitiges ruckartiges Schieben die Ablagerung gelöst werden.

Es gibt auch Reinigungswellen die speziell für die rasche Beseitigung von Verstopfungen in Toiletten entwickelt wurden. Diese robusten Ausführungen verfügen über eine doppellagige Spezialreinigungswelle mit Stahlseilkern. Ein Teleskop-mechanismus ermöglicht das Gerät von 90 cm auf bis zu 180 cm auszufahren, um auch Verstopfungen im Abflußrohr hinter der WC-Schale beseitigen zu können. Ein Kunststoffschutz verhindert das Verkratzen der WC-Keramik.

Bei so genannten Wasserspiralen wird die Wirkung noch hydraulisch unterstützt. Sie bestehen aus einem Adapter, der an der Armatur befestigt wird, und einem langen dünnen Plastikschlauch mit einer Messingdüse am Ende. Dieser Teil wird in das verstopfte Rohr geschoben und wie eine Reinigungsspirale eingesetzt. Wasser, das nach Öffnen der Armatur mit Druck aus der schmalen Messingdüse schießt, steigert den Reinigungseffekt.

Diese Ausführung kann zum Säubern von Waschbecken, Spülbecken, Duschen, Badewannen und darüber hinaus zur Reinigung von Flaschen, Vasen, Autokühlern und vielem mehr verwendet werden.

Ungeachtet der jeweiligen Art von Hilfsmittel, sollte auf alle Fälle nach jedem Reinigungsvorgang mit heißem Wasser gründlich und in ausreichender Menge nachgespült werden. Noch besser ist es allerdings, es erst gar nicht zu einer Verstopfung kommen zu lassen. Schon mit einigen wenigen Gegenmaßnahmen lässt sich viel erreichen. Vorbeugenden Schutz bietet ein feiner Siebeinsatz, an dem Essensreste, Haare und sonstiger Schmutz hängen bleiben. Solche Filtersiebe sind in Ausführungen aus Plastik oder rostfreiem Stahl erhältlich.


Quelle: red./baumax

18.9.2009 14:31
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