Schädlingsbekämpfung im Hausgarten
- Maßnahmen im Überblick
- Plus: Wichtige Begriffsdefinitionen

1. Mechanischer Pflanzenschutz:
Abwehren: Große Netze über Obstgehölze verhindern, daß Vögel die Früchte fressen. Vliese oder Gemüsenetze schützen junge Gemüsepflanzen vor Kälte, Gemüsefliegen und Kohlweißlingen. Schneckenzäune dienen zur Schneckenabwehr, Staniolstreifen und Vogelscheuchen zur Vogelabschreckung und Maschendraht schützt vor Wildverbiss. Kohlkrägen um Stengel junger Kohlpflanzen verhindern die Eiablage der Kohlfliege. Gelbtafeln schützen vor der Kirschfruchtfliege.
Abfangen: Mit Fallen (Köder) und Leimringen können diverse Schädlinge gefangen werden.
Stäuben: Mit Steinmehlen, Holzasche oder Algenpräparaten gegen Läuse, Erdflöhe, Gemüsefliegen und Kartoffelkäfer. Weiters können Schädlinge auf diverse Arten entfernt werden, z.B. durch Absägen von befallenen Gehölzen, Abschütteln, Abspritzen mit Wasser usw.
2. Biologische Spritzmittel
Diese basieren auf pflanzlichen Giften oder natürlichen Mineralölen: Pyrethrum-Präparate werden aus dem Blütenextrakt bestimmter Crysanthemenarten gewonnen. Sie sind aber auch für den Menschen giftig. Gegen Blattläuse wirkt auch ein selbstgemachtes Spritzmittel aus einer Schmierseifen-Spirituslösung. Dazu setzen Sie 200 g Schmierseife und 1/4 l Spiritus in 10 l Wasser an. Damit spritzen Sie Schädlinge und bekämpfen unverdünnt die befallenen Stellen. Beißende Brennesseljauche (1 kg frische Blätter auf 10 kg Wasser, 4-5 Tage ziehen lassen, 1:10 verdünnt spritzen) wirkt ebenfalls gegen Blattläuse. Knoblauch-Zwiebel-Brühe (500 g auf 10 l Wasser ansetzen, nach dem Abkochen 1:10 verdünnt) vorbeugend gegen Pilzbefall spritzen.
3. Chemische Pflanzenschutzmittel
Im Hausgarten sollte man jedenfalls den Schädlingen nur in Notfällen mit chemischen Präparaten zu Leibe rücken. Im Einsatzfalle sollte das Motto gelten: So wenig wie möglich!
Folgende Regeln sollten jedenfalls Beachtung finden:
* Achten Sie auf die benötigte Menge, Pflanzenschutzmittel sind nur beschränkt haltbar.
* Überzeugen Sie sich, dass Sie das richtige Mittel für den benötigten Zweck kaufen.
* Lesen Sie die Packungsbeschreibung eingehend vor Gebrauch und heben Sie sie auf.
* Halten Sie sich exakt an die Mengen- und Mischungsangaben sowie die m2-Angaben.
* Schützen Sie sich selbst durch entsprechende Kleidung (Schutzbrille, Gummihandschuhe, Mundschutz usw.).
* Warten Sie windstille Bedingungen ab, nicht vor Regen einsetzen.
* Um Abdrift zu vermeiden, Flachstrahldüse und niedrigen Druck verwenden.
* Nicht bei hoher Sonneneinstrahlung einsetzen - Gefahr von Verbrennungen.
* Während der Anwendung weder essen und trinken noch rauchen.
* Nach Abschluss der Arbeit alle verwendeten Gefäße gründlichst waschen, ev. mit Aktivkohle ausschwemmen. Für Herbizide ev. eigene Kanne verwenden und markieren.
* bei Spülwasser für neues Produkt gleiche Spritzlösung verwenden.
* bei Spülwasser auf schon bearbeitete Flächen aufbringen.
Wichtige Begriffsdefinitionen:
* Fungizid: Chemikalien mit abtötender oder hemmender Wirkung gegenüber Pilzen und Sporen.
* Herbizid: Chemische Unkrautbekämpfungsmittel, die über die Wurzeln oder durch das Blatt aufgenommen werden. Für Rosen: Spezielle selektive Unkrautvernichter, die das Gras nicht angreifen, z.B. Banrel
* Insektizid: Zur Vernichtung schädlicher Insekten.
* Systemische Pflanzenschutzmittel: werden von der Pflanze aufgenommen und im Pflanzensaft transportiert. Schädlinge fressen oder saugen Pflanzen an und nehmen so das Mittel auf.
Vorteile:
* man muss nicht jeden Schädling treffen
* auch nachkommende Schädlinge (im Wirkungszeitraum des Produkts) werden vernichtet
* wirken oft sehr spezifisch - gefährden Nützlinge nicht so stark
Kontaktmittel:
* wirken nur über Kontakt, d. h. die Schädlinge müssen getroffen werden
* viele gefährden auch Nützlinge
* nachkommende Schädlinge können sich wegen fehlender Nützlinge noch besser verbreiten
Bedenken Sie auch die folgenden Probleme von Pflanzenschutzmitteln:
* Die Umweltbelastung ist groß, daher sparsamster Einsatz.
* Schädlinge enwickeln Resistenzen, daher müssen immer neue Verbindungen gefunden werden; die Umweltbelastung steigt (Wirkstoffwechsel ca. alle 14 Tage, um Resistenzen zu vermeiden).
* Pflanzenschutzmittel sind oft unspezifisch, d. h. es werden auch Nützlinge (= natürliche Feinde von Schädlingen) und andere Tiere (z. B. Vögel) vernichtet.
Bei Verdacht von Einnahme etc. von Pflanzenschutzmittel wenden Sie sich bitte an die Vergiftungsinformationszentrale für Österreich, Tel.: 01/406 43 43
Quelle: red./baumax










