Werkzeugpflege: Teil 1
Handwerkzeuge

Schraubendreher mit abgenützten oder ausgeschlagenen Schneiden sind nicht mehr verwendbar. Sie ruinieren die Schraubenköpfe. In manchen Fällen kann man aber die Schneide eines Schlitzschraubendrehers wieder reparieren bzw. nachschleifen. Zuerst wird die Fase auf beiden Seiten nachgeschliffen und dann die Klinge rechtwinkelig abgerichtet. Bei speziell profilierten und gehärteten Klingen lohnt sich der Aufwand nicht, da kaum ein befriedigendes Ergebnis erzielt werden kann.
Die Gelenke von Zangen und Scheren sollten gelegentlich geschmiert werden, damit sie nicht klemmen. Gleichzeitig ist das Öl ein Schutz vor Korrosion. Scheren schneiden besser, wenn man mit ihnen ab und zu ein Stück feines Schleifpapier durchschneidet, wodurch die Kanten der Schneiden geschärft werden. Hat das Gelenk zu viel Spiel, zieht man die Schraube ein wenig nach.
Ein Hammer, genauer gesagt der Hammerkopf, sollte gelegentlich abgeschliffen werden. Dadurch bleibt die Schlagfläche eben und man rutscht beim Schlagen nicht so leicht vom Werkstück ab. Außerdem besteht bei Gratbildung an den Flanken das Risiko von Schnittwunden. Das Gleiche gilt übrigens für Meißel!
Ist ein Holzstiel locker, kann er durch längeres Eintauchen des Hammers in Wasser gefestigt werden, weil das Holz im Wasser ein wenig aufquillt und so das Hammerauge wieder ganz ausfüllt. Es ist aber nur eine provisorische Lösung, besser man wechselt den Stiel oder kauft einen Qualitätshammer mit geschraubtem Keil. Zum Austauschen des Stiels muss der Teil welcher im Hammerauge steckt, zu zwei Dritteln eingesägt werden. Nach dem Aufsetzen des Hammerkopfs schlägt man an dieser Stelle einen Hartholzkeil ein. Überstehendes Ende abschneiden und plan schleifen - fertig.
Raspeln und Feilen werden nicht nur durch Abnützung stumpf, sondern es verkleben sich im Laufe der Zeit auch die Oberflächen mit Spänen und feinen Materialteilchen. Dagegen hilft am besten die Reinigung mit einer Stahlbürste. Die Behandlung kann entweder manuell oder mit einer Topfbürste, die man in die Bohrmaschine spannt, durchgeführt werden.
Neue Rücken- und Feinsägen sollten vor der ersten Benutzung hergerichtet werden, da das Sägeblatt meist lackiert ist (Rostschutz). Die Lackschicht behindert den gleichmäßigen Lauf der Säge und sollte daher entfernt werden - nachher einfach mit Fett oder Kriechöl schützen.
Oft ist auch die Schnittbreite eine Spur zu groß, was einen erhöhten Kraftaufwand und schlechte Führung mit sich bringt. Man kann sie durch vorsichtige Hammerschläge - Sägeblatt auf eine metallischen Unterlage legen - ein wenig verringern.
Gehärtete Sägeblätter kann man nur in einem Fachbetrieb nachschleifen lassen, ungehärtete Feinsägen lassen sich aber auch in Eigenregie nachschärfen. Dabei wird mit einer speziellen Sägefeile jede Zahnlücke mit einem Feilenstrich geschärft. Motto: Lieber regelmäßig Nachschärfen als abwarten bis die Säge völlig stumpf und unbrauchbar ist.
Gewindeschneideisen mit der Messingbürste von Spänen befreien und gründlich ölen. Die Gelenke des Maßstabes sollten gelegentlich geschmiert werden. Aber nicht mit Öl oder Fett, sondern Graphitpulver, das in kleinen Flaschen erhältlich ist.
Wasserwaagen müssen absolut sauber sein, weil sonst ein genaues Messen nicht möglich ist. Zuerst werden die Mörtelreste gründlich abgewaschen, anschließend ölt man die Wasserwaage leicht ein, um sie vor erneuter Verschmutzung zu schützen und Verschmutzungen leichter entfernen zu können.
Auch bei Spachteln und Maurerkellen ist die sorgfältige Reinigung (auch der Griffe) möglichst bald nach der Arbeit sehr wichtig, weil sich durch anhaftende Mörtelpatzer der Schwerpunkt verlagert, so dass ein sachgerechtes Arbeiten nicht mehr möglich ist. Die Kanten von abgeschlagenen Spachteln kann man auf der Bandschleifmaschine begradigen.
Düsen und Gehäuse von Heißklebepistolen und Kartuschenspritzen nach jedem Benützen sorgfältig reinigen. Fest haftender Kleber oder Silikonmasse lässt sich später kaum mehr entfernen.
Farbpinsel behalten ihre Elastizität, wenn man sie nach gründlichem Reinigen kurz in Seifen- oder Spülmittellösung taucht. Vor der nächsten Verwendung gut mit Wasser abspülen!
Alle schneidenden Werkzeuge müssen regelmäßig geschärft werden. Hobel- und Stemmeisen kommen zwar vorgeschliffen aus der Fabrik, richtig scharf sind sie deswegen noch lange nicht. Dazu muss man sie auf einem speziellen Stein abziehen, wodurch die feinen Spuren des Schleifvorgangs wegpoliert werden. Je nach Ausführung sind diese Abziehsteine während des Schärfens entweder mit Öl oder Wasser zu benetzen, um eine Überhitzung des Stahls zu vermeiden. Welches Mittel jeweils verwendet werden muss, ist auf dem Stein angegeben.
Beim Abziehen wird die Fase vollflächig aufgelegt und das Eisen mit leichtem Druck über die ganze Steinlänge und -breite geführt. Dabei umgreift die rechte Hand hinten das Eisen, die linke liegt knapp oberhalb der Schneide auf und führt. Da Hobeleisen meist breiter als der Stein sind, muss man sie schräg zur seitlichen Kante des Steins führen.
Das Stemmeisen wird in Pfeilrichtung kreuzweise über den Abziehstein geführt. Die Rechte führt, die Linke übt leichten Druck aus.
Beim Holzhobel wird nicht nur die Klinge sondern auch die Sohle im Lauf der Zeit abgenutzt. In diesem Fall muss sie geglättet werden. Zunächst das Eisen entfernen und ein Stück feines Schleifpapier auf eine ganz glatte Unterlage (Glasplatte) kleben. Darauf den Hobel so lange hin- und herbewegen, bis keine Unebenheiten mehr zu erkennen sind.
Auch die Abziehsteine nutzen sich mit der Zeit ab und werden an den stark beanspruchten Stellen ausgehöhlt. Man ebnet sie ebenfalls mit Schleifpapier, das auf einer planen Unterlage aufliegt. Ölsteine bedürfen besonders sorgsamer Pflege. Nach Gebrauch müssen sie mit Petroleum gewaschen und leicht eingefettet staubgeschützt aufbewahrt werden.
Nach drei- bis viermaligem Abziehen oder wenn die Schneide Scharten hat, muss sie wieder nachgeschliffen werden. Dafür eignen sich Doppelschleifmaschinen oder Kombinationen aus Schleifscheiben und Bandschleifer. Bei einer maximalen Drehzahl von 100 bis 200 U/min und zusätzlicher Kühlung durch ein Wasserbad kommt es nicht so leicht zu Überhitzung. Das ist wichtig, da Stahl durch Überhitzung seine Härte und Elastizität verliert.
Spezielle Einspannvorrichtungen ermöglichen sicheres und gleichmäßiges Arbeiten. Während des Schleifens wegen des Funkenflugs immer eine Schutzbrille tragen!
Eine mit Spänen zugesetzte Schleifscheibe reinigt man, indem man hin und wieder eine Abrichtrolle gegen die rotierende Scheibe presst. Dazu wird die Abrichtrolle mit einer passenden Halterung am Sockel der Schleifmaschine fixiert. Wenn man es richtig und regelmäßig macht, kann die Standzeit der Schleifscheibe damit auf das Zehnfache erhöht werden.
Zum Nachbearbeiten und Säubern der Schleifscheibe wird die Abrichtrolle mit mäßigem Druck dagegen gepresst.
An der Rückseite (Spiegelseite) des Hobel- bzw. Stemmeisens bildet sich durch das Schleifen ein feiner Grat, der mit dem Finger fühlbar ist. Um ihn zu entfernen, zieht man das Eisen mit der vollflächig aufgelegten Spiegelseite so lange vorsichtig ab, bis der Grat abbricht.
Bohrer schärfen: Es funktioniert leider nicht bei allen Bohrern. Bei Dübelbohrern mit Zentrierspitze geht es aber recht einfach. Dazu verwendet man am besten eine spitze Schlüsselfeile. Auch Spiralbohrer aus einfachem Werkzeugstahl können damit gut geschärft werden. Wichtig ist, dass beide Seiten gleichmäßig geschliffen werden, damit die Spitze nicht aus der Mitte gerät. Der Fachhandel bietet zudem spezielle Schärfgeräte, die mit der Bohrmaschine verbunden werden und ein exakt zentrisches Zuschleifen der Konusspitze ermöglichen. Bei Hartmetall- oder Titanausführungen ist ein Nachschleifen mit üblichen Mitteln nicht möglich, weil das Material einfach zu hart ist.
Quelle: red./baumax










