Putzaufbringung
Der Unterputz (lot- und fluchtgerecht):
Mit dem Unterputz bildet man bereits die lot- und fluchtgerechte spätere Putzoberfläche aus. Das gelingt selbst dem Profi nicht aus dem Handgelenk. Man braucht dazu sog. Putzleisten oder Putzlehren, zwischen denen der Putz gerade abgezogen wird.
Putzleisten können Sie mit Mörtelstreifen oder Metallputzprofilen herstellen. In beiden Fällen müssen Sie zunächst die exakte Flucht der Wand mit einer Richtschnur festlegen. Die Flucht in der Vertikalen mit einem Hängelot oder Richtscheit und Wasserwaage kontrollieren.
Die Mörtelputzlehren werden - wie der Spritzbewurf - in ausreichender Dicke batzenweise angeworfen, geglättet und dann seitlich mit Richtlatte und Wasserwaage lotrecht abgezogen. Wenn der Mörtel etwas Wasser abgegeben hat, reibt man die Oberfläche mit einem Holzbrett ab. Bilden sich beim Abreiben Schlieren, ist der richtige Zeitpunkt noch nicht erreicht. Bei zu spätem Abreiben bilden sich Rillen in der Oberfläche. Dann müssen Sie den Putz etwas nachnässen.
Am nächsten Tag kann dann der Unterputz zwischen den Lehren angeworfen und mit einem Richtscheit abgezogen werden. Zum Erstellen der Putzlehren verwendet man übrigens den gleichen Mörtel wie für den Unterputz.
Heimwerkerfreundliche Alternativen zu den Mörtellehren sind Putzprofile aus Metall. Man richtet sie in Mörtelbatzen (gleicher Mörtel wie Unterputz) lot- und fluchtgerecht an der Wand aus. Beim Verputzen von Außenecken ist der Einsatz von Eckschutzschienen sinnvoll.
Wenn bei größeren Flächen ein Anwerfen des Putzes erforderlich ist, empfiehlt sich übrigens auch für Heimwerker die Verwendung einer Putzmaschine. Maschinell können in einem Arbeitsgang Putzstärken bis 7 cm aufgespritzt werden. Werden größere Stärken gewünscht, muß man den Putz zwischendurch anziehen lassen. Händisch werden üblicherweise in einem Arbeitsgang Stärken von 2 bis 5 cm aufgetragen.
Oberputze (Innen und Außen):
Innenräume werden heute vielfach mit einlagigen Fertigputzen - meist auf Gips- oder Kalkgipsbasis - verputzt. Sie können in einem Arbeitsgang etwa 10 mm dick aufgetragen und geglättet werden. Bei zweilagigem Auftrag reicht ein 1 bis 2 mm dicker Feinputz, um einen geeigneten Untergrund für Tapeten oder Anstriche herzustellen. Er wird mit dem Glätter aufgespachtelt, geglättet und anschließend mit einem angefeuchteten Schwammbrett abgerieben.
Als strukturierbare Oberputze für innen und außen eignen sich mineralische und Kunstharzputze gleichermaßen.
Es gibt sie als fertige Trockenmischungen (mineralische Putze) oder gebrauchsfertigimEimer (Kunstharzputze). Sie enthalten meist Zuschlagkörnerinunterschiedlichen Größen, etwa zwischen 2 und 5 mm.
Nach dem Aufspachteln zieht man sie mit steilgestelltem Glätter auf Korngröße ab. Durch gleichmäßiges Abreiben mit dem Kunststoff-Reibebrett (kreisförmig oder gerade) erhält die Putzoberfläche ihre dekorative Struktur.
Wenn Sie den Putz nach eigenen Vorstellungen strukturieren möchten, sollte der Putzauftrag etwas dicker als die Korngröße sein. Es gibt dafür aber auch die sog. Roll- oder Strukturputze ohne Korn.
Unser Tipp:
Tragen Sie immer nur so viel Putz auf, wie Sie innerhalb der Trocknungszeit glätten oder strukturieren können. Zusammenhängende Flächen sollten Sie ohne längere Unterbrechungen Teilstück für Teilstück naß in nass verputzen.
Quelle: red./baumax










