Übersicht der verschiedenen Putzarten
Man unterscheidet bei Putzen zwei große Hauptgruppen:
Die mineralischen und die Kunststoff-Putze. Erstere bestehen aus Sand und mineralischen Bindemitteln - Zement, Kalk, Gips oder Abmischungen dieser Stoffe - , die sich unter Zugabe von Wasser chemisch verbinden. Durch den Einsatz der verschiedenen Bindemittel können Putzmörtel exakt auf jede Beanspruchung zugeschnitten werden.
Nach ihren Eigenschaften unterteilt man die mineralischen Putzmörtel in fünf Gruppen:
- Die gut feuchtigkeitsregulierenden Kalkmörtel eignen sich vor allem für Innenputze.
- Größere Festigkeit bei gleichzeitig guter Dehnfähigkeit zeichnen die Kalkzement-Mörtel aus, die man als Außenputze einsetzt.
- Der wenig elastische, aber sehr feste Zementmörtel hingegen verkraftet auch die starken Feuchtbelastungen im Sockel- und Kellerbereich des Hauses.
- Die gut atmungsfähigen Gipsmörtel verwendet man ausschließlich als Innenputze mit Ausnahme von Feuchträumen.
- Anhydritmörtel haben ähnliche Eigenschaften wie Gipsmörtel, werden aber meist für Estriche eingesetzt.
Kunstharzputze werden mit organischen Bindemitteln hergestellt und ausschließlich als gebrauchsfertige Putze angeboten. Sie sind auch für den Anfänger relativ einfach zu verarbeiten und eignen sich hervorragend zur dekorativen Gestaltung von Innen- und Außenwänden. Da sie nur dünn aufgetragen werden, setzen sie einen ebenen Untergrund voraus. Kunststoffputze unterteilt man in Beschichtungsstoff-Typen für innen und außen.
Während in Innenräumen oft auch einlagig verputzt wird, sind außen immer mindestens zwei Putzschichten notwendig. Die erforderliche Putzdicke lässt sich nämlich nicht in einem Arbeitsgang auftragen. Der frische Putz würde abrutschen. Der Außenputz bildet darum immer ein System aus einzelnen Putzschichten, deren Festigkeit von außen nach innen zunehmen sollte.
Mineralische Putzmörtel können Sie selbst anmischen. Unkomplizierter zu handhaben, aber etwas teurer, sind trockene Fertigmischungen, die in jeder Mörtelgruppe angeboten werden.
Als Fertigmischungen für Fassadenputze erhalten Sie z.B.:
Mörtelputze
Edel- und Dekorputze: werden gebrauchsfertig in Säcken oder Eimern angeboten. Mit Ihnen können mit der Strukturwalze, Spachtel, Tapezierbürste etc. Motive und Muster hergestellt werden.
Thermoputze: Trockenmischungen, bei denen Putzen und Dämmen in einem Arbeitsgang erfolgt. Wird Thermoputz innen und außen aufgetragen, können signifikante Energiekosteneinsparungen erzielt werden.
Silikatputze: sind mineralische Reibeputze in verschiedenen Körnungen und lassen sich gut einfärben.
Kunstharzputze: werden gebrauchsfertig in Eimern angeboten.
Feuchtraumputze: je nach Feuchtigkeitsbeanspruchung gibt es verschiedene Arten von Feuchtraumputzen, die in 4 Beanspruchungsgruppen eingeteilt werden: W1 (WC, Stiegenhaus, Flur), W2 (Küche, WC-Anlagen in Betrieben), W3 (Badezimmer, Dusche) und W4 (Küchen, Dusch-anlagen oder Waschküchen in Betrieben)
Der Putz muss eine Mindeststärke von 10 mm aufweisen. Je nach Beanspruchungsgruppe muss eine Vorbehandlung des Untergrundes in Form von Grundierung und eine Feuchtigkeitsabdichtung - z.B. mit Flüssigkeitsfolie - durchgeführt werden.
Die Putzvorbereitung:
Der Putzgrund ist meistens direkt das Mauerwerk (Ausnahme: Hinterlüftete Fassade oder Wärmedämmung). Die Beschaffenheit des Mauerwerkes beeinflusst die Art des Putzes und die Verarbeitung. Bevor Sie also mit dem Verputzen beginnen, muss der Untergrund genau auf seine Beschaffenheit überprüft werden. Er muss sauber, staubfrei und gleichmäßig saugend sein.
Je nach Untergrund muss vorgearbeitet werden, um die besten Voraussetzungen für einen dauerhaften Putz zu schaffen: Bei wenig saugendem Mauerwerk (Ziegelmauer, rauher Beton) mit Dämmvorspritzer oder Vorspritzmörtel, durch dessen rauhe Oberfläche sich die Haftfläche zum Unterputz vergrößert. Bei stark saugendem Mauerwerk (Mantelbeton, Holzwolleplatten, etc.) sollten Sie mit Wasser vornässen oder mit einem Haftanstrich (nach Angaben des Putzherstellers, in der Regel Kunststoffdispersion) vorarbeiten.
Stahl- oder Holzelemente, auf denen selbst ein Spritzbewurf nicht hält, sowie Mauerschlitze, müssen mit einem Putzträger überspannt werden. Meist setzt man dazu sogenannte Rippenstreckmetalle ein, die mit Nägeln in der Wand befestigt werden. Der Putzträger wird vorab verputzt. Mörtel auftragen, durch das Gitterwerk drücken und dann gleich rauh abziehen. Über Nacht trocknen lassen, bevor Sie den Unterputz aufbringen.
Bei Beginn der Putzarbeiten sollte jedenfalls ein regensicheres Dach vorhanden sein, das Anbringen eines Gerüstschutznetzes erhöht die Qualität Ihres Putzes.
Quelle: red./baumax










