Decken & Wände

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22.4.2009 21:22

Dreidimensionale Effekte


Ob in der Toskana, der Provence oder in Andalusien, überall im Süden findet man die klassischen grob strukturierten und meist in kräftigen Farben gehaltenen Wände.

Wer den südländischen Stil bevorzugt, muss für Malermeisterarbeit tief in die Tasche greifen. Geschickte Heimwerker können das Ganze wesentlich billiger haben.

Am sichersten ist es, ein System zu verwenden, dessen einzelne Komponenten optimal aufeinander abgestimmt sind. So ein Komplettset besteht aus einer Grundierung, der Spachtelcreme und einer dazugehörigen Wachslasur. Für Feuchträume gibt es darüber hinaus noch eine Klarschutzversiegelung.

Ist der Untergrund tadellos, kann man gleich mit dem Verspachteln beginnen. Dabei wird die rasch trocknende Spachtelcreme mit einer grifflosen Japanspachtel (in verschiedenen Breiten im Baumarkt erhältlich) in verschiedene Richtungen gezogen. Abruptes An- und Absetzen lässt markante Kanten und Grate entstehen, die in diesem Fall durchaus erwünscht sind und die für diese Ausmaltechnik charakteristischen Muster ergeben. Sind sie etwas zu stark ausgefallen, können sie nach dem Trocknen teilweise wieder mit Glaspapier abgeschlieffen werden.

Nach dem Trocknen wird als zweiter Arbeitschritt mit einer weichen Farbbürste die farbige Wachslasur aufgetragen und noch im nassen bzw. feuchten Zustand mit einem feuchten porösen Schwamm kreisförmig verrieben. Durch unterschiedliche Druckausübung wird die Farbe entweder in den Untergrund gerieben oder teilweise wieder entfernt, so dass interessante Licht/Schattenwirkungen entstehen. Wachslasuren sind in verschiedenen, meist typisch südländischen Farbtönen erhältlich.

Besonders die alten Spachtelverfahren wie das Stucco Veneciano, erfreuen sich heutzutage wieder einer steigenden Beliebtheit. Es hat seine Namen von den reichen Bürgern Venedigs, die ihre Häuser ganz im Stil des Adels einrichten wollten.

Zunächst wird der Untergrund sorgfältig vorbereitet. Danach wird der Gips in mehreren Schichten, Fleck für Fleck aufgetragen. Die Technik wird in mehreren Schichten ausgeführt. Dabei wird das Material mit einer kleinen Spachtel Fleck für Fleck aufgetragen. Die Kunst besteht darin, eine feine Unregelmäßigkeit zu erzeugen, die aber nicht zu unruhig wirken darf. Ist diese Fleckspachtelung beendet, wird der Stucco poliert, der Glanzgrad kann dabei durchaus variieren. In Nassräumen wie Bädern oder bei erhöhter Beanspruchung, wird der Stucco anschließend noch imprägniert. Bei dieser Technik kommt es besonders darauf an, die einzelnen Arbeitsschritte sauber auszuführen. Nur so erreicht man letztlich ein makelloses Ergebnis.

Wer Tapeten ihrer Optik wegen schätzt, aber ungern tapeziert, kann den gleichen Effekt auch mit Hilfe spezieller Farben erzielen. Fasermischungen, die entweder dem Anstrich beigemengt werden oder als wasserverdünnbare Fertigmischung erhältlich sind, lassen die unterschiedlichsten Strukturen entstehen und bilden dreidimensionale Muster an den Wänden.

Ein weiterer Vorteil dieser Techniken ist, dass kleine Unebenheiten, Löcher und Risse im Untergrund in einem Arbeitsgang mit dem Ausmalen oder Aufspritzen ausgeglichen werden.

Selbst spätere Beschädigungen, Schrammen oder Kratzer lassen sich rasch beseitigen. Dazu müssen bloß die betroffenen Stellen angefeuchtet werden - das Material quillt dann auf - und lässt sich anschließend mit einer Kelle wieder glatt streichen.

Auch Einrichtungsgegenstände werden mit einem tollen Anstrich wieder "aufgemöbelt". Mit Gesso-Gipsgrund ist es sogar möglich, sie mit einer steinartigen rauen Oberflächenbeschaffenheit zu versehen. Die Grundtechnik geht dabei auf die alten Ägypter zurück und wurde ständig weiterentwickelt. Selbst aus langweiligen „Eckenstehern" können mit Gesso echte Blickfänge geschaffen werden. Gesso ist eine weiße Flüssigkeit aus Schlämmkreide und Leim, die schichtweise aufgetragen wird. Nach dem Trocknen kann Gesso geschnitzt, geritzt, geschliffen, bemalt und vergoldet werden. Mit Gesso erhalten auch glatte Platten und Paneele eine interessante Struktur.

Marmor übt auf viele eine große Faszination aus. Es müssen aber nicht immer echte Platten aus Carrara sein. Kostengünstiger ist's mit Marmormalerei. Dieser Malstil kann auf Wänden, Holzplatten und Möbeln ausgeführt werden und hat lange Tradition. Der Stuckmarmor auf Gipsgrund ist eine Besonderheit vieler Kirchen und klassizistischer Bauten.

Quelle: red./baumax

22.4.2009 21:22
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