Entscheidung fürs Leben: Woraus soll Ihr Haus gebaut werden?

Wünschen Sie sich ein Haus aus massiven Steinen oder ziehen Sie Wände aus Holz- konstruktionen vor? Um diese Entscheidung treffen zu können, ist es notwendig, die beiden Bauweisen mitein- ander zu vergleichen.
Werfen wir einen Blick auf die Vor- und Nachteile der unterschiedlichen Techniken - und deren Auswirkungen auf verschiedene Bau- und Wohnaspekte.
Persönliche Vorlieben
Die meisten Bauherren brauchen nicht lange darüber nachzudenken, ob Ihr Haus aus massivem Ziegelwerk oder aus Holz gebaut werden soll. Die Antwort kommt meist wie aus der Pistole geschossen, denn die Vorliebe für das eine oder das andere Material hat viel mit Psychologie und persönlichen Werten zu tun. Im Prinzip haben beide Kategorien eine Tradition, die bis in die Anfangszeiten des Behausungsbaues zurückreicht.
Heute tendieren viele Menschen, die Wert auf naturnahes Wohnen legen, mehr zum Holz. Bauherren, bei denen Tradition und Nostalgie hoch im Kurs stehen, favorisieren eher den Ziegel. Am gefragtesten ist nach wie vor das Ziegelhaus, der konstruktive Holzbau holt jedoch in den letzten Jahren stark auf, denn dieses Material ist ökologisch und dazu extrem flexibel und vielseitig einsetzbar. Und es gibt viele, die sich auf keinen Baustoff exklusiv festlegen.
Massiven Baumaterialien wird gefühlsmäßig auch eine Solidität, Langlebigkeit und Wertbeständigkeit zugeordnet. Der Gedanke an ein "Leichtbau"-Haus aus Holzkonstruktionen löst bei manchen Bauherren diese "erstrebenswerten" Gefühle offenbar nicht so deutlich aus.
Diese Wahrnehmung kann aber trügen: Die Lebensdauer eines Hauses ist nicht vom gewählten Baumaterial abhängig, sondern davon, wie gut dieses verarbeitet wurde. Je weniger Wasser eindringen kann, je früher es bei Bedarf renoviert und saniert wird, je besser ein Haus in Schuss gehalten wird, je besser es für zukünftige Anforderungen, wie zum Beispiel Barrierefreiheit, gerüstet ist, desto langlebiger ist es auch.
Wer dies berücksichtigt, darf sich über einen langen Werterhalt seiner Immobilie freuen - egal, ob die Konstruktion aus Ziegel oder aus Holz besteht. Im Bereich Wohnklima haben bei manchen Aspekten die mineralischen Baustoffe einen Vorsprung, in anderen die Holzbauweise. Bei Holzbauweisen werden zum Beispiel Holzschutz- und Konservierungsmittel eingesetzt, die zwar nicht absolut biologisch sein können, aber bei sachgemäßer Anwendung keine negativen Auswirkungen auf die Gesundheit haben. Ziegel haben keine Ausdünstungen. Wenn es um Atmungsaktivität geht, können beide Baustoffgruppen punkten.
Selbst bauen
Da bei der Holzbauweise vieles von Zimmerern vorgefertigt und professionell montiert werden muss, ist eine Eigenleistung nur in begrenztem Ausmaß möglich. Die Bauherren können erst ab der Ausbauphase die Ärmel hochkrempeln. Wer mit Planziegeln baut, kann schon früher mit anpacken, praktisch vom Fundament weg selbst Ziegel aufschichten und damit die Baukosten ein wenig reduzieren.
Brandsicherheit
Die Mär vom leicht brennbaren Holzhaus und dem unzerstörbaren Beton- und Ziegelhaus hat sich lange gehalten - heute glaubt das niemand mehr. Fakt ist: Jedes Haus muss so geplant und ausgeführt sein, dass es bei einem Brand nicht einstürzt. Die erforderliche Mindestwiderstandsdauer hängt davon ab, um welche Art von Gebäude es sich handelt. Dass überhaupt ein Brand ausbricht, hat mit dem Baustoff wenig zu tun, schuld daran sind meist fehlerhafte Elektroinstallationen und entflammte Einrichtungs- und Dekorationsgegenstände.
Schallschutz
Massive Mauern bieten einen guten Schallschutz, das tun allerdings auch Wände aus Holz, wenn man bestimmte Konstruktionsweisen beachtet.
Von jeder Welt das Beste
Das Abwägen von Vor- und Nachteilen muss nicht unbedingt dazu führen, dass man einen Baustoff kategorisch ausschließt - im Gegenteil, immer mehr Bauherren kombinieren aus allen Material-Welten das Beste und sichern sich damit viel Lebensqualität. Architekt Martin Aichholzer: "Es ist nicht sinnvoll, irgendeinen Baustoff auszuklammern, es sollte nur jeder am richtigen Platz verwendet werden. Massivbauteile und Leichtkonstruktionen können sich hervorragend ergänzen."
Baustoff Glas
Kaum ein Baustoff hat sich in den letzten Jahren so stark gewandelt wie Glas. Früher wurde es nur "in kleinen Dosen" eingesetzt, denn größere Fenster kosteten einfach zu viel Geld, waren viel zu leicht einzuschlagen und der große Wärmeverlust über das Fenster war nicht akzeptabel.
Im Laufe der letzten Jahrzehnte hat sich dieser Baustoff zu einem Hightech-Material entwickelt:
Heute gibt es zum Beispiel hoch leistungsfähiges Verbund-Sicherheitsglas, das sich auch dann bewährt, wenn Ihre Kinder Ballspiele lieben. Außerdem macht diese Technologie Einbrechern das Leben schwer. Eine noch neuere Erfindung ist das Alarmglas, bei dem elektrische Leiterschleifen in das Verbundglas eingearbeitet werden. Zerspringt die Scheibe, dann schlägt die Alarmanlage des Hauses an. Isolierglas bzw. so genanntes Superwarmglas sorgt dafür, dass die Wärme im Haus bleibt und die Kälte draußen. Sonnenschutzglas lässt zwar das Licht rein, aber nur einen Teil der Sonnenwärme, was die Kühlenergiekosten minimiert. Brandschutzglas schützt vor Hitze und Feuer.
Ökologische Baustoffe
Holz hat sich als ökologischer Baustoff längst etabliert. Aber auch Lehm und Wolle haben ähnlich positive Auswir- kungen auf das Raumklima. Während Ausbauplatten aus Lehm Feuchtigkeit und Wärme besonders gut speichern, ist Schafwolle ein ideales Dämm- material.
Sie kann besonders viel Feuchtigkeit aufnehmen und neutralisiert Staubteilchen - ein zusätzlicher Vorteil für Allergiker.
Mittlerweile werden übrigens auch Stroh, Zellulose, Hanf, Kork, Jute, Flachs, Baumwolle und recyceltes Zeitungspapier im Hausbau als atmende Dämmstoffe eingesetzt.
Quelle: red./sbausparkasse










