Bohrerkunde der richtige Bohrer für jede Gelegenheit

Je nach Werkstoff, den Sie bearbeiten möchten, müssen Sie unterschiedliche Bohrer und Bohrverfahren wählen.
Bohren in Metall
HSS-Bohrer mit angeschliffener Spitze eignen sich für Nichteisen(NE)-Metalle. Das sind Aluminium, Kupfer, Messing, Zink, Eisen und unlegierter Stahl. Für Edelstahl sind Bohrer aus kobaltlegiertem Hochleistungs-Schnellarbeitsstahl (HSS-E) oder sogar Bohrer mit Titanbeschichtung erforderlich. Sie sind teurer als normale HSS-Bohrer, ermöglichen aber das Bohren von Spezialstahl ohne hohen Bohrerverschleiß.
Bohren in Holz
Holzspiralbohrer haben eine lange Zentrierspitze mit zwei Vorschneidern. Diese ritzen die Holzfasern an; die innen liegenden Spanheber schneiden sie dann sauber heraus. Für größere Bohrerdurchmesser werden meist Forstnerbohrer, Kunstbohrer oder Beschlaglochbohrer eingesetzt; für tiefe Bohrungen in Holz gibt es Schlangenbohrer.
Bohren in Beton
Mauerwerk aus Klinker, Backstein oder Beton erfordert den Einsatz einer Schlagbohrmaschine oder eines Bohrhammers. Besteht die Mauer jedoch aus Lochsteinen mit porigem Material, wird nur drehend (also ohne Schlag) gebohrt. Das Gleiche gilt für poröse Ziegelsteine und Wände aus Plattenelementen. Für alle Arbeiten in diesen Materialien ist ein Steinbohrer notwendig. Dieser verfügt über eingelötete Hartmetallplatten an der Bohrerspitze.
Tipps zum "Richtig bohren"
1. Auf den Untergrund achten. Beim Bohren müssen Sie je nach Werkstoff unterschiedliche Bohrer und Bohrverfahren wählen. Grundsätzlich reicht für leichtere Arbeiten ein herkömmlicher Akkubohrer aus (z. B. beim Bohren in Gipskarton und Porenbeton).
2. Bei klassischem Mauerwerk brauchen Sie schon eine leistungsstärkere Schlagbohrmaschine; Betonwände bearbeiten Sie mit einem Bohrhammer. Als Grundregel gilt: je stärker der Motor, desto breiter das Einsatzspektrum.
3. Sicher ist sicher: Suchen Sie Wände vor dem Bohren mit einem Prüfgerät nach Stromkabeln und Wasserleitungen ab.
4. Tragen Sie beim Bohren eine Schutzbrille und Handschuhe.
5. Damit keine schiefen Löcher entstehen, setzen Sie immer die Bohrspitze senkrecht zur Materialoberfläche an und starten dann die Maschine. Erst wenn der Bohrer festen Halt gefunden hat, üben Sie Druck auf die Maschine aus.
6. Beim Bohren in empfindliche Oberflächen (z. B. Fliesen) kleben Sie ein Stück Kreppband auf die Bohrstelle. Die raue Oberfläche des Klebebandes verhindert, dass der Bohrer abrutscht.
Quelle: red./www.bosch.at










