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18.8.2010 15:53

Wissenswertes über Parkettböden: Häufig gestellte Fragen und Antworten

  • Parkett schafft ein wohnliches Ambiente
  • Informieren Sie sich über alles rund um den Nutzboden

Kann man einen Parkett auf alten Untergrund verlegen?

Ob Keller, Dachboden oder alte Garage: Werden kaum genutzte Räume zu Wohn-, Arbeits- oder Hobbyräumen umgestaltet, so schafft vollflächig geklebtes Parkett optimale Funktionalität und ein wohnliches Ambiente. Einige technische Punkte sind bei der Untergrundvorbereitung zu berücksichtigen:

Liegt der alte Nutzboden (Teppich, Linoleum, PVC etc.) bereits verklebt vor, so ist der Untergrund in der Regel auch für vollflächig geklebtes Parkett geeignet. Vorhandene alte Beläge müssen ausgebrochen und der Untergrund für die neue Verlegung vorbereitet werden. Moderne Dispersionsvoranstriche oder -haftbrücken und umweltfreundliche zementöse Spachtelmassen stehen dazu zur Verfügung. Das Parkett kann dann ebenfalls mit umweltfreundlichem Dispersionsleim fest mit dem Untergrund verbunden werden. Der Vorteil dabei: kaum höhere Einbaustärke und somit keine Anschlussprobleme zu anderen Bauteilen.

Liegen rohe oder übermalte Estriche oder glatte Betondecken vor, so kann das Holz ohne weitere Vorarbeiten montiert werden. Auch auf Steinzeug, also Keramikfliesen sowie Marmor oder anderen Natursteinbelägen kann neues Parkett aufgeklebt werden.

Altes Mosaikparkett kann ebenfalls durch ein neues, meist großformatiges Parkett ersetzt werden. Nach dem Ausbrechen ist in der Regel nur ein Überschleifen des Untergrundes notwendig, und das neue Holz kann aufgeklebt werden. Eine Ausnahme bildet hier Mosaikparkett in Bitumenklebstoff, das meist aus den 50er Jahren stammt. Auf Bitumen kann nicht direkt verklebt werden, der schwarze Leim muss vorher entfernt werden!

Kommen zum Wunsch zu Parkett noch Forderungen nach erhöhter Trittschalldämmung, ist auch dieses Problem lösbar. Mit 2 mm dickem Kork, vollflächig aufgeklebt mit Dispersionsleim, werden ausgezeichnete Trittschalldämmwerte erzielt. Auf das Naturprodukt Kork kann wiederum Parkett vollflächig aufgeklebt werden. Hier der Vorteil: Kein Hohlton im Raum bei bester Schallisolation nach unten. In Kellerräumen kann mit der Korkzwischenlage sogar thermisch zusätzlich viel erreicht werden, das heißt der neue Boden wird zusammen mit dem Holz wesentlich "wärmer".

In nicht unterkellerten Räumen ist der Bodenaufbau zu prüfen. Dabei sollte eine ordentliche Dampfbremse vorliegen, damit keine Feuchtigkeit aus dem Erdreich in das Parkett aufsteigen kann. Fehlt eine solche Dämmung, ist diese vor dem Parkett einzubauen. Hierzu stehen flüssige Produkte zur Verfügung. Direkt darauf kann Kork oder Parkett verklebt werden.

Was ist ein Massivparkett?

Der Massivparkett ist der Pionier unter den Parkettböden und hat eine lange Tradition. Der sogenannte "echte" Parkett wird aus einem Stück Holz geschnitten bzw. gefräst und zumeist mit einer rohen, unbehandelten Oberfläche verlegt. Anschließend wird der Boden komplett geschliffen und je nach Wunsch versiegelt (lackiert) oder geölt. Mittlerweile gibt es auch schon einige Massivparkette mit einer fertigen Oberfläche. Der Massivparkett muss vollflächig verklebt (daher auch als Klebeparkett bezeichnet) werden. Hat er, wie z.B. der Stabparkett, eine Nut/ Feder-Fräsung, kann der Parkett, wie schon vor Jahrhunderten, traditionell auf einen Blindboden (Holzestrich: Staffeln mit Brettern) genagelt werden - die wahrscheinlich edelste Form der Verlegung eines Massivparketts.

Wer sich für einen Massivparkett entscheidet weiß, dass er niemals eine maschinell gefertigte Oberfläche erhält. Der Kenner sieht an diesen kleinen Indizien, dass er auf einer echten Handwerksarbeit steht. Da der Massivparkett in der Heizperiode, je nach Holzart, zu stärkerer Fugenbildung neigt, ist er auf einer Fußbodenheizung nur bedingt einsetzbar. In diesem Fall sollte die Parkettstärke 14 mm nicht überschreiten und vorzugsweise nur Parkett mit einer Nut/Feder-Verbindung verwendet werden. Die größte Stärke des Massivparketts liegt in der Strapatzfähigkeit und der hohen Nutzschicht. Ist der Parkett einmal verlegt, leistet er über Generationen treu seinen Dienst .

Was ist ein 2-Schicht- Parkett?

Der 2-Schicht-Parkett ist derzeit das am höchst entwickelste Produkt und vereint die Vorteile eines Klebeparketts mit denen eines Fertigparketts. Die ungenützte, untere Hälfte des Parketts wird durch eine Mehrschichtplatte oder durch querverleimtes Massivholz ersetzt. Diese sogenannte 2. Schicht zwingt das Holz, das immer in Bewegung ist und den Drang besitzt je nach Veränderung der Luftfeuchtigkeit sich in die Breite auszudehnen oder zu schrumpfen (auch Quellen und Schwinden bezeichnet), zur Ruhe und sperrt es fast gänzlich ab.

Er besitzt im Prinzip die gleiche Nutzschicht wie der Massivparkett, weil beide nur bis knapp überhalb der Nut/ Feder-Fräsung heruntergeschliffen werden können. Durch die oben genannten Vorteile seiner gesperrten Schichten und die geringe Gesamtstärke erhält er das Prädikat: "der beste Parkett für eine Fußbodenheizung"!

Der 2-Schicht-Parkett kann nur vollflächig verklebt werden (Klebeparkett). Ein weiterer Vorteil ist seine fertige Oberfläche, die mit höchster Perfektion und Passgenauigkeit eine staubfreie und rasche Verlegung ermöglicht. Da die einzelnen Riemchen versiegelt bzw. geölt sind, kann jedes für sich selbst quellen und schwinden, und es entsteht nicht wie bei einem nachträglich versiegelten Parkett eine Abrissfuge, wo der Lack einige Reihen den Parkett zusammenhaltet und dann eine große Fuge entsteht.

Seine geringe Parkettstärke ist ein weiterer Vorteil für eine Fußbodenheizung, da die Wärme ungehindert durchdringen kann. Wenn man sich für 10 mm starke Fliesen entscheidet, kann man den Estrich ohne Abstufungen in einer Höhe anfertigen und hat keine Niveauunterschiede. Aufgrund seiner vollflächigen Verklebung, seiner hohen Anfertigungsqualität, seiner Langlebigkeit, seiner raschen Verlegung und der perfekten Oberfläche, ist der 2-Schicht-Parkett in den letzten Jahren zu dem beliebtesten Produkt unter den Klebeparketten geworden.

Was ist ein 3-Schicht-Parkett oder Fertigparkett?

Der sogenannte Fertigparkett hat aufgrund seines 3-schichtigen Aufbaus eine Verwerf-ungsfestigkeit und kann daher lose, ohne vollflächige Verklebung (auch schwimmende Verlegung genannt), auf eine Unterlagsmatte verlegt werden. Er besitzt mit seiner fertigen Oberfläche und seiner leichten und raschen Verlegeart eine hohe Beliebtheit. Mit dem Motto "In der Früh verlegen und zu Mittag darauf essen" setzt sich die leimlose Verlegung mit dem Klick-System zum absoluten Standard durch.

Der schwimmend verlegte Fertigparkett ist entgegen aller sogenannten "Fachaussagen" NICHT für eine Fußbodenheizung geeignet! Denn unter- und oberhalb der Unterlagsmatte bilden sich 2 unerwünschte Luftpolster (Luft ist der beste Isolator). Des weiteren muss die Wärme ca. 5 cm Estrich, 3 mm Unterlagsmatte und ca. 15 mm Holz (ebenfalls ein guter Isolator) durchdringen, bis sie den Raum erwärmen kann. Daher wird auch in der Ö-Norm ausdrücklich darauf hingewiesen, dass auf einer Fußbodenheizung nur vollflächig verklebt werden darf, damit die Wärme ungehindert und ohne großen Verlust in den Wohnbereich eindringen kann.

Was bei manchen den Bandscheiben gut tut und andere als negativ empfinden, ist bei der schwimmenden Verlegung das leichte Nachgeben beim Begehen. Im Gegensatz zur vollflächigen Verlegung entsteht ein höherer Raumschall beim Begehen (das sogenannte Klappern). Die Lebensdauer des Fertigparketts ist aufgrund seiner laufenden mechanischen Belastung (die Kippbewegungen bei den Fugen kann mit der Zeit zur Wassereindringung führen) nicht so hoch wie bei den geklebten Parketten. Aber das ist bei der immer öfter wechselnden Gesamteinrichtung nicht abträglich, da der Parkett leicht demontiert und mitgewechselt werden kann.

Was ist ein Melan oder Laminatboden?

Das Wort Melan kommt von Melaminharz, in das mehrere Schichten Papier getaucht werden, und das nach der Austrocknung zu einer harten Kunststoffschicht wird. Es ist die gleiche Oberfläche, die man von der typischen Küchenplatte her kennt. Somit sieht der Laminatboden aufgrund seiner Holzfotografie wie ein Parkett aus, hat aber mit Holz im herkömmlichen Sinne nichts zu tun.

Seine größte Stärke liegt in seinem niedrigen Preis und der geringen Dicke, da er gut in der Wohnungsrenovierung eingesetzt werden kann. Laminat ist zwar erheblich billiger als Parkett, schneidet aber im Vergleich deutlich schlechter ab. Die im Verbrauchermagazin ÖKO-TEST untersuchten Marken luden sich extrem hoch elektrostatisch auf und zeigten große Mängel im Belastungstest. So wurden nach alltagstypischer Reibung mit einem Schuh oder bloßen Händen extreme Spannungen von über 10.000 Volt gemessen. Bei solchen Werten stehen einem nach Ansicht von Baubiologen buchstäblich die Haare zu Berge. Weiters kann er das Raumklima, wie ein "echter" Parkett nicht positiv beeinflussen, da seine Kunststoff-Oberfläche nicht das Raumklima regulieren kann wie ein geölter oder gewachster Parkettboden.

Das starkes Reagieren auf Wasser, das beim Eindringen seine Mittelschichte aufquellen und starke Fugen entstehen lässt, die sich nicht wieder schließen, sowie der laute Raumschall beim Begehen (im Volksmund "klappern" genannt). Die erhöhte Rutschgefahr mit Socken oder Strümpfe sei ebenfalls erwähnt.

Jeder, der die Vor- und Nachteile des Laminatbodens kennt und nicht die Stärken eines echten Parkettboden erwartet, wird mit vielen Designs und Mustern belohnt.

Vor- und Nachteile von Thermoholz

Was ist Thermoholz?
Holz, das durch eine Hitzebehandlung seine Eigenschaften verändert hat, wird als Thermoholz bezeichnet. Dabei werden durch hohe Temperaturen (150 bis 270 °C) und, im Gegensatz zu anderen Behandlungsmethoden, ohne Zusatz von Hilfsstoffen die optischen und technischen Charakteristiken des Holzes modifiziert. Das Thermoholz erhält durch die Hochtemperaturbehandlung unter anderem eine durchgehend dunkle Farbe, ohne dass aber die für die verwandte Holzart typische Struktur des Holzes verschwindet.

Vorteile:

- neue, dunkle Farbtöne, die durchgängig und homogen sind.

- Verringertes Quell- und Schwindmaß, die Verbesserungen der
Dimensionsstabilität reichen von 10 - 40%.

- Erhöhte Dauerhaftigkeit gegen Pilzbefall und Witterungseinflüsse

- Verbesserte Wärmedämmung

- Reduzierung innerer Spannungen

Nachteile:

- Masseverlust durch Abbau von Holzbestandteilen, der von 0,5 bis 15% reichen kann.

- Erhöhte Sprödigkeit und Risse: Durch die Temperaturbehandlung kann es möglicherweise bei Holzarten mit einer höheren Rohdichte zu Rissbildung kommen.

- höhere Herstellungskosten


Quelle: red./www.meinparkett.at

18.8.2010 15:53
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