2.4.2009 18:31

Holzfußböden: Allgemeine Hinweise

Lagerung
Die sachgemäße Lagerung und Handhabung der Bodenbeläge vor der Verlegung ist die Voraussetzung dafür, dass die verlegetechnischen Eigenschaften der Beläge erhalten bleiben. Zur Akklimatisierung muss der Belag vor der Verlegung mind. 24 Stunden eben liegend am Verlegeort unter den nachfolgend genannten Bedingungen gelagert werden:
Um eine entsprechende Luftzirkulation zu gewährleisten, ist ein Abstand von ca. 1,00 m von Wänden einzuhalten und entsprechende Lagerhölzer (3-4 Stück bei 2,52 m Elementlänge) zu verwenden. Die Pakete erst unmittelbar vor der Verlegung öffnen! Restdielen bei längerer Verlegeunterbrechung wieder in Folie einschließen.

Klimatische Bedingungen
Eine wichtige Voraussetzung für die Handhabung, Verlegung und Klebung von Bodenbelägen stellen die klimatischen Bedingungen dar. Die Temperatur der Oberfläche des Untergrundes
muss mindestens 15°C, die der Raumluft mindestens 18°C betragen. Die relative Luftfeuchte muss zwischen 30-60% liegen. Das Raumklima muss 1-2 Tage vor der Verlegung und 3-4 Tage nach der Verlegung konstant gehalten werden.

Hilfsmittel
Zu den traditionellen Verlegewerkzeugen (Hammer, Säge, Zollstock, Winkel, Stift, Bohrer) empfehlen wir die Verwendung des Tarkett Zugeisens sowie der Tarkett Schlagklötze (für Combiloc und T-Lock nicht erforderlich). Von der Verwendung eines Restdielenstückes als Schlagklotz sollte unbedingt abgesehen werden, um Beschädigungen der Kanten zu vermeiden. Das Zugeisen erleichtert die Platzierung der letzten Dielenreihe. Falls Sie eine Stich- oder Kreissäge verwenden, sollten Sie von der Dielenunterseite aus sägen. Bei Verwendung einer Handsäge von der Oberseite aus. Dies verhindert eine Beschädigung der Nutzschicht.

Dampfsperre
Verwenden Sie eine Dampfsperre, wenn Feuchtigkeit vom Unterboden aufsteigen kann. Dies gilt grundsätzlich für Unterböden wie Zement- oder Anhydritestriche, Böden über feuchten/warmen Räumen (Waschküchen und Heizräume), belüfteten Kriechkellern und auf Fußbodenheizung. Die Dampfsperre muss aus einer mind. 0,2 mm starken Polyethylenfolie oder kombinierten Dämmunterlagen (Dampfsperre + Dämmschaum; z. B. Tarkett, Tarkoflex oder Tuplex) mit der entsprechenden Widerstandsfähigkeit und Feuchtigkeitsundurchlässigkeit bestehen. Folienränder mindestens 20 cm überlappen lassen und auf voller Länge mit geeignetem Klebeband verkleben.

Vorbereitung
Bei langen, schmalen Räumen ist es empfehlenswert, die Elemente in Längsrichtung des Raumes zu verlegen, um die natürliche Bewegung des Holzes zu berücksichtigen (siehe Absatz Dehnungsfugen). Bei quadratischen Räumen sollte die Verlegung gleichlaufend zum Lichteinfall erfolgen. Vermessen Sie den Raum und ermitteln Sie die günstigste Einteilung. Sollte die letzte Dielenreihe schmaler als 5 cm sein, reduzieren Sie die Dielenbreite der gesamten ersten Reihe.

Maximaler Verlegebereich
Rechteckige Räume können problemlos bis zu einer Fläche von 240 m2 als eine Einheit verlegt werden. Voraussetzung: Die max. Breite darf nicht größer als 12 m, und die max. Länge nicht mehr als 20 m betragen. Größere Flächen müssen durch Dehnungsfugen getrennt werden. Bei Fugen im Unterboden müssen ebenfalls Dehnungsfugen vorgesehen werden. Bitte beachten Sie, dass die Verlegung in Korridoren immer in Längsrichtung erfolgen muss.

Allgemeines zur Verlegung
Bei komplexen Flächen (z. B. ein Korridor verbunden mit einer Reihe von Räumen zu beiden Seiten) kann es bei schwimmender Verlegung zu Aufwölbungen der Bodenfläche kommen. In solchen Fällen muss eine Verlegung Raum für Raum mit der entsprechenden Anordnung von Dehnungsfugen erfolgen. Ist die Verlegung in einem Stück zwingend, verkleben Sie die Elemente mit dem Unterboden. Diese Methode minimiert die Bewegung des Holzes. Musterverlegungen sind ausschließlich mit Nut-/Federkonstruktionen möglich und müssen grundsätzlich mit dem Unterboden verklebt werden. Nach dem Kürzen einer Diele lässt sich hier die Nut mit einem speziellen Fräswerkzeug wieder herstellen.

Sortieren der Dielen
Holz ist ein Naturprodukt. Abweichungen in Farbe und Maserung sind unvermeidlich. Solche Farbdifferenzen können durchaus als störend empfunden werden. Deshalb sollten die Dielen vor der Verlegung sortiert werden. Öffnen Sie mehrere Pakete und sortieren Sie die Dielen nach Maserung und Farbe. Verlegen Sie die vorsortierten Dielen gleichmäßig im Wechsel. Prüfen Sie vor dem Verlegen die Elemente bei Tageslicht auf erkennbare Fehler oder Schäden. Bereits verlegte Ware ist von der Reklamation ausgeschlossen.

Flechtböden
Flechtmuster immer im Leiterverband verlegen, die Ecken der Würfel dürfen sich nicht berühren.

Dehnungsfugen
Holz arbeitet im direkten Verhältnis zur Luftfeuchtigkeit (Quellen und Schwinden). Es ist daher von größter Wichtigkeit, einen Randabstand zu Wänden und begrenzenden Bauteilen einzuhalten. Faustregel: Je lfm. verlegtes Parkett müssen 1,5 mm Dehnungsfuge umlaufend berücksichtigt werden, mindestens jedoch 8-10 mm.

Verlegung
Traditionelle Nut und Feder Dielen mit Nut und Feder sind partiell zu verleimen. Mit einer Spritzflasche wird alle 50 cm eine 10 cm Leimlinie in die Nut eingebracht. Sollte der Raum breiter als 7 m, stark frequentiert sein oder über eine Fußbodenheizung verfügen, empfehlen wir alle 20 cm eine Leimlinie von 20 cm. Die Stirnnut ist in jedem Fall komplett zu verleimen. Verwenden Sie in jedem Fall den Tarkett D3 Holzleim. Ultraloc (Horizontale Verlegung) Zur Verlegung einen Tarkett Schlagklotz verwenden, um Beschädigungen der Feder zu vermeiden. Wählen Sie einen schweren Hammer, ein kräftiger Schlag ist besser als viele kleine. Nachfolgend einige Tipps für die einfache Verlegung.

Unterböden
Der Unterboden muss sauber, dauertrocken (Zementestrich unbeheizt <2,0%CM, beheizt <1,8%CM, Anhydritestrich unbeheizt <0,5%CM, beheizt <0,3%CM; niedrigere Werte sind anzustreben), planeben, dauerhaft fest, frei von Rissen und Verunreinigungen wie Fetten, Ölen, Wachs, Farbresten, etc. sein. Die Ebenheitstoleranzen der DIN 18202, "Erhöhte Anforderungen", Zeile 4, sind unbedingt einzuhalten. Falls notwendig mit geeigneten Spachtel-, Ausgleich- oder Nivelliermassen egalisieren und Dampfsperre sowie Dämmunterlage verlegen.

Alte Dielböden
Ein alter Dielenboden muss einwandfrei, eben, sowie frei von Fäulnis und Knarren sein. Verfüllen oder schleifen Sie große Unregelmäßigkeiten. Kleinere Unebenheiten müssen ausgeglichen werden. Tarkett Holzfußböden können auch auf alten Kunststoffbelägen verlegt werden. Wegen der Gefahr von Schimmelbildung und aus hygienischen Gründen müssen alte textile Beläge vor der Verlegung entfernt werden. 14 und 20 mm starke Beläge können direkt auf EPS Platten mit einer Druckfestigkeit von mindestens 150 kN/m2 verlegt werden. Bei dünneren Belägen muss eine Druckverteilungsschicht (z.B. Sperrholz mit einer Dicke von mind. 6 mm) vorgesehen werden. Geeignete Dampfsperre unter, sowie Unterlagspappe auf den EPS-Platten oder der Druckverteilungsschicht verlegen.

Fußbodenheizung:
Bei Verlegung auf beheizten Estrichkonstruktionen bitten wir, das Merkblatt "Elastische Bodenbeläge, textile Bodenbeläge und Parkett auf beheizten Fußbodenkonstruktionen" des Zentralverbandes des deutschen Baugewerbes e.V., Bonn, zu berücksichtigen. Eine gleichmäßige Wärmeabgabe über die gesamte Bodenfläche muss gewährleistet sein, die Oberflächentemperatur darf 27°C nicht übersteigen. Dies gilt auch für abgedeckte Bereiche wie z. B. unter Teppichen oder Möbeln.

Geeignet sind ausschließlich normgerechte, mit Warmwasser beheizte Estrichkonstruktionen. Bei Verlegung auf Fußbodenheizung muss unbedingt eine Dampfsperre verwendet werden. Dielen mit Nut und Feder sind zu verleimen (20 cm Leimlinie alle 20 cm). Die direkte Wärme der Fußbodenheizung trocknet den Holzboden stärker aus; die Bildung kleinerer Fugen während der Heizperiode (bis zu 0,50 mm, die sog. Winterfuge) ist nicht auszuschließen. Buche und Ahorn reagieren stärker auf Temperaturschwankungen als andere Holzarten und werden nicht zur Verlegung auf Fußbodenheizung empfohlen. Um einen optimalen Wärmedurchlass-Widerstand zu erreichen, sollte der Boden vollflächig verklebt werden.

Schutz nach der Verlegung
Schützen Sie den Bodenbelag nach der Verlegung vor Schmutz und Beschädigung durch andere Gewerke mit nicht färbender Folie. Keine Klebe streifen direkt auf den Belag kleben.

Quelle: red./tarkett-floors.com

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