Geeignete Kleber im Überblick:
Für die Verlegung feinkeramischer Fliesen eignen sich:
verarbeitungsfertige Dispersionskleber,
mit Wasser anzusetzende Pulverkleber,
durch chemische Reaktion aushärtende Zwei-Komponenten-Kleber.
Dispersionskleber
Sie sind nicht frostbeständig und folglich nur innen anzuwenden. Sie kommen ausschließlich bei Wandfliesen zum Einsatz. Neuerdings gibt es sie auch in einer wasserdichten Einstellung, die die Verklebung von Fliesen auf feuchtigkeitsempfindlichen Untergründen wie Gipskartonplatten, Porenbeton und Spanplatten zulässt.
Die abdichtende Funktion wird allerdings nur erreicht, wenn der Kleber zunächst mit der Glättkelle vollflächig als 1 mm dicke Dichtschicht aufgetragen und nach der Aushärtung dann das eigentliche Kleberbett mit der Zahnkelle aufgezogen wird. Ecken und Anschlüsse müssen bei diesem Verfahren mit in die Dichtschicht eingearbeiteten Armierungsstreifen verstärkt werden.
Pulverkleber
Diese dienen in der Regel zur Verklebung von Bodenfliesen, sind aber auch bei Wandfliesen einsetzbar. Sie sind in der Regel frostbeständig und somit auch für Außenflächen geeignet. Durch den Zusatz von Kunststoff-Dispersion lassen sich die Eigenschaften günstig beeinflussen, wenn es z.B. um wasserdichte Verklebungen geht oder wenn ein spezieller Untergrund wie Holz- oder Spanplatten eine gewisse Elastizität notwendig macht. Außerdem gibt es auch von Haus aus flexibel eingestellte Pulverkleber.
Zwei-Komponenten-Kleber
Diese sind in der Regel auf Epoxidharz-Basis (Epoxidkleber) aufgebaut und lassen sich draußen wie drinnen zur Verklebung von Fliesen auf dichten Untergründen wie Keramik, Glas oder Metall, vor allem aber zu wasserdichten Verklebungen einsetzen. Wichtig ist eine exakte Einhaltung des vorgeschriebenen Mischungsverhältnisses. Auch bei Zwei-Komponenten-Klebern muss zunächst eine Dichtschicht aufgezogen werden, auf die nach der Aushärtung das eigentliche Kleberbett aufgebracht wird. Solche Kleber eignen sich in der Regel auch zum Verfugen. Sie ergeben bei Arbeitsplatten nicht nur fleckunempfindliche und pflegeleichte, sondern zugleich absolut dichte Fugen. Wichtig ist, dass überschüssiges Fugenmaterial vor dem Aushärten restlos entfernt wird. Egal auf welchem Untergrund die Verklebung erfolgt, er muss in jedem Fall sauber, trocken und tragfähig sein!
Tipp: Im Außenbereich sollten Sie auf Frostbeständigkeit von Fliesen, Kleber und Verfugung achten. Dispersionskleber sind nicht, Pulverkleber sind in der Regel frostbeständig, Zwei-Komponenten-Kleber sind es immer.
Wichtige Werkzeuge zum Verlegen von Fliesen und Platten:
Glättkelle:
Diese benötigt man, um gegebenenfalls den Untergrund zu glätten und Feuchtigkeitssperren aufzuziehen.
Deckenbürste:
Mit ihr trägt man den Tiefgrund auf.
Zahnspachtel:
Zum Auftragen von verarbeitungsfertigem, pastösem Fliesenkleber empfiehlt sich ein Zahnspachtel, dessen Zahnung laut Gebrauchsanleitung auf den zu verarbeitenden Kleber abzustimmen. Für größere Arbeiten ist ein solider Zahnspachtel aus rostfreiem Stahl dem Kunststoffzahnkamm vorzuziehen.
Zahnkelle:
Für größere Flächen eignet sich eine Zahnkelle besser, weil sie mit einem Kellenzug mehr Kleber aufträgt bzw. verteilt. Sie bewährt sich auch beim Auftrag von mit Wasser anzusetzenden Pulverkleber.
Malerspachtel:
Zum Entnehmen von Kleber oder Klebermörtel ist ein normaler, breiter Malerspachtel hilfreich.
Wasserwaage:
Beim Verlegen der Fliesen kommt es darauf an, dass Senkrechte und Waagrechte möglichst exakt eingehalten werden. Neuerdings gibt es auch Präzisions-Laser-Wasserwaagen.
Fliesenhammer:
Er dient zum Anklopfen von Fliesen. Moderne Ausführungen dieses Werkzeugs, so genannte Fliesenschonhämmer, hinterlassen keine Abriebspuren.
Fliesenschneidemaschine:
Sie sollte möglichst mit verstellbarem Winkelanschlag und mit Hartmetall-Schneidrand ausgestattet sein.
Fliesenbrechzange:
Sie eignet sich eher für kleinere Arbeiten mit relativ dünnen und weichen Fliesen. Für Arbeiten mit größeren Fliesenformaten und speziell bei hart gebranntem Steinzeug ist sie jedoch nicht so brauchbar.
Denn hierfür benötigen Sie einen relativ hohen Kraftaufwand, womit meist die Bruchquote ansteigt.
Papageienschnabel:
Zum Ausarbeiten von Ausschnitten für Rohre, Steckdosen und Leitungen gibt es verschiedene Werkzeuge. Das einfachste ist der so genannte Papageien- oder Habichtschnabel, dessen Einsatz allerdings einige Geduld verlangt, denn nur wer größere Aussparungen in vielen Schritten Bröckchen für Bröckchen herausknabbert, kann sicher sein dass die Fliese nicht zerspringt. Naturgemäß sind ausgearbeitete Ausschnitte nicht exakt kreisrund.
Hartmetall-Kreisschneider:
Präzise, praktisch und erfolgssicher ist dieses Werkzeug. Es lässt sich auf jeden gewünschten Lochdurchmesser einstellen un din das Bohrfutter einer Bohrmaschine einsetzen.
Fugengummi:
Eignet sich zum Verreiben der Fugenmannse auf dem Belag, damit keine Hohlräume entstehen.
Reibebrett:
Es hat eine Zellgummiauflage und dient zum Verstreichen von Fugenmasse.
Fliesenwischer:
Bei Bodenflächen kommt vorzugsweise ein breiter Fliesenwischer mit Stiel zum Einsatz. Man kann aber auch einen Gummiabzieher verwenden, wie er normalerweise zum Putzen verwendet wird.
Fliesenschwamm:
Überschüssiges Fugenmaterial wird bei beginnender Antrocknung mit einem nicht zu nassen Fliesenschwamm entfernt.
Fliesenwaschbrett:
Das ist ein Reibebrett mti Schaumstoffauflage, mit dem Sie ebenfalls überschüssige Fugenmasse entfernen zu können. Zum Nachreiben dient ein weiches Tuch.
Auspresspistole:
Diese benötigen Sie, um Eck-, Anschluss- oder Saniertärfugen aufzuspritzen. Mit ihr ist ein viel zügigeres und sauberes Arbeiten möglich, als es bei der Verarbeitung von Tubenware oder Kartuschen mit Drehspindel der Fall ist.
Bohrmaschine:
Leistung etwa 600 bis 800 Watt, mit elektronischer Drehzahlregelung und Rechts-Links-Lauf. Diese Ausstattung erlaubt werkstoffgerechtes Bohren.
Die Schlagbohrvorrichtung erlaubt auch Bohrungen in Stahlbeton.
Quelle: red./compact Verlag










