Halogenlampen: Die schlechte Alternative
- Enttäuschende Lichtausbeute
- Teils sehr hoher Stromverbrauch
- Nur für den gezielten Einsatz
Abschied von der Glühbirne
Die Glühbirne hat ausgedient. Nach dem Vorbild von Australien und Neuseeland hat die EU den schrittweisen Abschied von den Stromfressern beschlossen. Schon im heurigen September geht es den 100-Watt- Lampen an den Kragen, danach folgen im Jahresabstand weitere Verbote bis hin zum gänzlichen Verkaufsstopp im Herbst 2012. Mit dem naheliegenden Ersatz, den Kompaktleuchtstoffröhren besser bekannt als Energiesparlampen. Vorteilen wie dem geringen Stromverbrauch und der langen Lebensdauer stehen mögliche Nachteile wie unnatürliche Farbwiedergabe oder merkbare Abnahme der Leuchtkraft gegenüber.
Große Werbeversprechen
Deshalb bietet die Industrie als weitere Alternative die Halogenlampen an. Auch hier spricht die Werbung von langer Lebensdauer, geringerem Stromverbrauch und obendrein von hellem, natürlich wirkenden Licht. Was an diesen Lobpreisungen dran ist, hat sich die Stiftung Warentest angesehen.
Getestet wurden folgende Typen:
Modelle mit Schraubsockel, die als direkter Glühbirnenersatz in gängige E27-Fassungen geschraubt werden können (im Test mit 42 Watt);
die schon klassischen 12-Volt-Reflektorlampen (GU5.3-Stiftsockel; im Test mit 35 Watt) bzw. 12-Volt-Stiftsockellampen (G4-Sockel; im Test mit 20 Watt), die mit Trafo betrieben werden (Niedervoltsysteme);
und die Hochvoltlampen für normale 230 Volt Netzspannung, die es gleichfalls in Reflektorbauweise (GU10-Sockel; im Test mit 40 und 50 Watt) und als Stecksockellampen (G9-Sockel; im Test mit 40 Watt, mattiert) gibt.
Das Herz jeder Halogenlampe ist der von der Glühbirne bekannte Wolframdraht. Aufgrund dieser Gemeinsamkeit liefern Halogenlampen auch das von der Glühbirne gewohnte Licht. Um die Lebensdauer des Drahtes zu verlängern, enthält das ihn umgebende Schutzgas chemische Elemente aus der Gruppe der Halogene (üblicherweise Brom oder Jod). Dadurch wird gleichzeitig die Schwärzung des Glaskolbens verhindert, weshalb dieser sehr kompakt sein kann. Dies wiederum erhöht den Betriebsdruck, was sich gleichfalls positiv auf die Lebensdauer des Wolframdrahtes auswirkt.
Ernüchternde Ergebnisse
Trotzdem hinterlässt die Beanspruchung Spuren. Der Draht altert, wodurch im Laufe der Brenndauer die Leuchtkraft abnimmt. Aus diesem Grund wurde nicht nur die Lebensdauer bis zum Totalausfall bewertet, sondern auch die aus Sicht der Verbraucher interessantere Nutzungsphase, während der die Lampen höchstens 20 Prozent ihrer Helligkeit verlieren (Tabelle: Brennstunden während der Nutzungsphase). Unter diesem Aspekt kamen die 230-Volt- Halogenlampen auf durchschnittlich 2.000 Brennstunden und somit auf das Doppelte herkömmlicher Glübirnen. Gute Energiesparlampen schaffen dagegen 10.000 und mehr Stunden.
Im Niedervoltbereich war das Ergebnis durchwachsen. Die Billigprodukte der Firma Tip machten nach 800 Stunden schlapp, die übrigen kamen auf 2.000 bis mehr als 5.000 Stunden. Allerdings brannten sie im Test nur mit 11,55 Volt, einem Wert, der aus der Praxis stammt, weil die meisten Trafos ihn liefern. Eine höhere Spannung auch bereits 12 Volt hätte die Lebensdauer deutlich verkürzt. Apropos Trafos: Stichprobenartig wurde deren elektromagnetische Strahlung untersucht. Sie lag weit unterhalb der zulässigen Grenzwerte.
Keine Sparlampen
Die Hoffnung, mit Halogenlampen Strom zu sparen, erfüllt sich bedingt bis gar nicht. Bei fast allen 230-Volt-Reflektor- und 230- Volt-Stecksockellampen lag der ermittelte Stromverbrauch sogar höher als bei vergleichbar hellen Glühbirnen! Ein wenig besser schaut es bei den Halogenlampen mit E27-Schraubsockel aus. Eine markante Einsparung sollte man aber auch hier nicht erwarten. Am genügsamsten sind die Niedervoltlampen. Wobei dies relativ zu sehen ist. Sie verbrauchen um 20 bis 30 Prozent weniger Strom als herkömmliche Glühbirnen. Echte Energiesparlampen hingegen haben ein Einsparungspotenzial von bis zu 80 Prozent!
Wenn im Handel fallweise Halogenlampen mit der Bezeichnung Energy Saver als Energiesparlampen angepriesen werden, dann ist das schlichtweg falsch. Dabei handelt es sich um die Werbebezeichnung für Lampen mit Xenon als wärmedämmendes Schutzgas bzw. mit einer speziellen Beschichtung (IRC Infra Red Coating) des Reflektorglases, die die Wärmestrahlung des Wolframdrahtes reflektiert. Dadurch ist weniger Strom für den Erhalt der Betriebstemperatur nötig. Positiv, aber von einer echten Energiesparlampe kann keine Rede sein.
Falsche und fehlende Deklaration
Ärgerlich sind falsche Deklarationen auf den Verpackungen. Die Osram Halolux Classic A ES sowie die G9-Stecksockellampen von Nice Price und von Paulmann schmücken sich mit Energieeffizienzklassen, die im Test nicht erreicht wurden. Die Folge war eine schlechte Bewertung. Was oft fehlt, sind Angaben zur Helligkeit in Lumen. Für sich allein sind diese Werte für Normalverbraucher weniger aussagekräftig. Sie sind dann nützlich, wenn man zum Beispiel eine mit 1.340 Lumen deklarierte 100-Watt-Birne gegen mehrere Lampen eines anderen Typs austauschen möchte. Diese sollten in Summe einen ähnlichen Lumen-Wert haben, weil sonst nicht die ursprüngliche Helligkeit erreicht wird.
LEDs noch nicht massentauglich
Als massiv Strom sparende Alternative sind LED-Lampen (von: Licht emittierende Diode) ein Hoffnungsschimmer am Horizont. Die LED-Technologie an sich funktioniert bereits, aber zu Lampen zusammengefasst sind LEDs noch nicht in der Lage, Glühbirnen mit höherer Wattzahl zu ersetzen. Selbst Top-Modelle wie die mit 38 LEDs bestückte Reflektorlampe BaseTech Highpower 38 erzeugen derzeit zu wenig Helligkeit, um größere Wohnbereiche auszuleuchten. Auch ist die farbechte Wiedergabe von Rottönen problematisch. Lediglich der Verbrauch der LED-Lampen liegt schon jetzt bei äußerst bescheidenen ein bis vier Watt.
Quelle: red./vki










